Audi
Automobilindustrie · Deutschland
Audi automatisiert Produktionsschritte mit KI-Roboterarmen von Mimic
Im Register seit 24.07.2026. Wir verfolgen, was aus diesem KI-Einsatz wird.
Wie nutzt Audi KI?
Audi setzt am Hauptstandort Ingolstadt KI-gesteuerte Roboterarme des ETH-Spin-offs Mimic ein, um Fertigungsschritte wie die Verarbeitung von Schaumstoffteilen bei der Türvormontage der Modelle A6 e-tron und Q6 e-tron zu automatisieren.
Auf einen Blick
- Unternehmen
- Audi
- Branche
- Automobilindustrie
- Land
- Deutschland
- Funktion
- Produktion
- KI-Technik
- KI-Roboter (Mimic)
- Ergebnis
- Aktuelle Erfolgsquote der Mimic-Roboter: 90 %, angestrebtes Ziel für den Serieneinsatz: 99 %
Ausgangslage
Audi steht nach eigenen Angaben unter erheblichem Kostendruck und sucht nach Wegen, die hohen Produktionskosten an deutschen Standorten zu senken. Gleichzeitig verschärft sich der Fachkräftemangel. Vor diesem Hintergrund erprobt der Hersteller den Einsatz von KI-gesteuerten Roboterarmen in der Serienfertigung. Henning Löser, Leiter des Production Labs bei Audi, in dem die VW-Tochter neue Produktionsverfahren entwickelt, bestätigt das Vorhaben gegenüber dem Handelsblatt.
Branchenweit gilt die Automatisierung von Montageschritten als schwierig: Bei der Verarbeitung von Kabelbäumen etwa sind laut Audi weniger als zehn Prozent der Produktions- und Montageschritte branchenübergreifend automatisiert.
Was das Unternehmen konkret macht
„Unser Ziel ist es, im Herbst die ersten kleineren Arbeitsschritte mithilfe von Mimic-Robotern in der Produktion der Modelle Audi A6 e-tron und Audi Q6 e-tron zu automatisieren“, erklärt Löser. Konkret sollen die Systeme Fertigungsschritte wie die Verarbeitung von Schaumstoffteilen bei der Türvormontage übernehmen.
Partner ist das deutsch-schweizerische Start-up Mimic, ein Spin-off der ETH, das sich auf KI-Systeme für Roboterarme und präzises Greifen spezialisiert hat. Humanoide Roboter mit Beinen verfolgt Mimic nach Angaben von Mitgründer Stephan Graver nicht.
Technik & Ansatz
Das technologische Fundament bildet das Modell Flux-Mimic, das Mimic gemeinsam mit dem Freiburger Labor Black Forest Labs (BFL) entwickelt hat. Das System lernt gleichzeitig aus Bildern, Videos und Audioaufnahmen und ahmt damit nach, wie Menschen ihre Umgebung wahrnehmen. Besonders das Training mit Videomaterial gilt als entscheidender Fortschritt: Die Roboter verstehen dadurch Bewegungsabläufe und zeitliche Zusammenhänge besser. BFL-CEO Robin Rombach spricht von „so etwas wie ein intuitives Verständnis von Physik“. Das macht die Systeme robuster und erleichtert die Übertragung auf neue Aufgaben.
Mimic übersetzt dieses Weltverständnis von Flux-Mimic in konkrete Roboterbewegungen. BFL entwickelt sich mit diesem Schritt von reiner Bildgenerierung zu einem multimodalen KI-Labor und plant neben dem Videomodell auch Bild- und Audioanwendungen sowie eine offene Version.
Der Einsatz der KI-Roboterarme bei Audi steht im Kontext einer breiteren Digitalisierungs- und KI-Strategie im Produktionsbereich. Gerd Walker, Vorstandsmitglied für Produktion und Logistik, beschreibt den Ansatz so: „Artificial intelligence is a quantum leap for efficiency in our production. With our AI and digitalization roadmap, we are transforming our plants into smart factories where AI acts as a partner, providing our employees with tailored support. The first AI-controlled robots are taking over tasks that are ergonomically strenuous.“
Ergebnisse
Zum Zeitpunkt der Berichterstattung liegt die Erfolgsquote der Mimic-Roboter bei 90 Prozent. Löser ist direkt: „Erst dann kann ein solches System in der Serienfertigung eingesetzt werden“, erklärt er mit Blick auf das angestrebte Ziel von 99 Prozent. Zusätzlich müssen die Roboter schneller werden. Ein Einsatz in der Serienproduktion war zum Redaktionszeitpunkt noch nicht abgeschlossen.
Einordnung
Der geplante Einsatz der Mimic-Roboterarme ist Teil einer umfassenderen KI-Offensive von Audi in der Produktion. Parallel betreibt das Unternehmen unter anderem die Plattform Edge Cloud 4 Production (EC4P), das Weld Splatter Detection-System zur KI-gestützten Schweißspritzererkennung sowie ProcessGuardAIn zur Echtzeitüberwachung von Fertigungsprozessen. Die Mimic-Kooperation steht dabei exemplarisch für den Versuch, auch jene Montageschritte zu automatisieren, die bislang aufgrund ihrer Komplexität manuell durchgeführt wurden.
Quellen
Unabhängig belegtVon einer unabhängigen Quelle (Redaktion/Dritter) berichtet, nicht nur vom Unternehmen oder KI-Anbieter.
- ↗Exklusiv: Audi experimentiert mit neuen KI-Robotern in der Produktion - Handelsblatt
- ↗Audi testet neue Roboter: KI-Hände sollen Produktion deutlich flexibler machen - Business Insider Deutschland
- ↗Audi scales up deployment of artificial intelligence in production - audi.com
- ↗mimic robotics Introduces FLUX-mimic to Bring Video-Action Models to Audi’s Factory Floor - Unite.AI
- ↗Audi ensures quality with Siemens AI and Edge - Siemens
- ↗Comsysto Reply Supports Audi in Evolving Its B2B Used Car Platform With an AI-Based Multi-Agent System - Yahoo Finance Singapore
- ↗Audi Deploys Multi-Agent AI System to Automate Software Development for Used-Car Platform - AD HOC NEWS
KI Cases fasst öffentlich berichtete Einsätze neutral zusammen und verlinkt die Originalquellen. Maßgeblich ist die jeweilige Quelle.
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