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Curative

Krankenversicherung / Gesundheitswesen · USA

Unabhängig belegt

Curative ersetzt Salesforce durch KI-entwickeltes CRM und automatisiert Vertragsverhandlungen mit Agent „Gwen"

Reifegrad: Im Einsatz

Im Register seit 22.07.2026. Wir verfolgen, was aus diesem KI-Einsatz wird.

Wie nutzt Curative KI?

Curative kündigt seinen Salesforce-CRM-Vertrag über 600.000 Dollar jährlich, ersetzt die Software durch ein intern per Vibe Coding entwickeltes CRM und nutzt den KI-Agenten „Gwen" zur automatisierten Vertragsverhandlung mit Ärzten und Gesundheitsdienstleistern.

CRM, VertragsmanagementErsatz von Salesforce-CRM durch KI-entwickeltes internes CRM (Vibe Coding); KI-Agent 'Gwen' zur automatisierten Vertragsverhandlung mit Ärzten und GesundheitsdienstleisternVibe Coding, KI-Agent (Gwen), Anthropic Claude

Auf einen Blick

Unternehmen
Curative
Land
USA
Funktion
CRM, Vertragsmanagement
KI-Technik
Vibe Coding, KI-Agent (Gwen), Anthropic Claude
KI-Anbieter
Anthropic (Sitz: USA, außerhalb der EU)
Ergebnis
Vertragskosten pro Arztvertrag von 1.500 bis 2.000 Dollar auf ca. 70 Dollar gesunken; Salesforce-Einsparung: 600.000 Dollar jährlich

KI-Anbieter = Unternehmenssitz des genutzten Anbieters. Wo Daten konkret verarbeitet werden, hängt von Region und Vertrag ab. Keine Aussage zur DSGVO-Konformität.

Ausgangslage

Curative, ein US-amerikanischer Krankenversicherer, setzte für das Kundenbeziehungsmanagement auf Salesforce. Der Vertrag kostete das Unternehmen nach Angaben von Gründer und CEO Fred Turner 600.000 Dollar pro Jahr. Parallel liefen weitere SaaS-Abonnements, die Turner als zunehmend hinterfragenswert bewertet.

Turner äußerte sich im Podcast „20VC with Harry Stebbings" zur sogenannten „SaaSpocalypse", der These, dass verbesserte KI-Programmierwerkzeuge Unternehmen in die Lage versetzen, maßgeschneiderte Software selbst zu entwickeln, anstatt teure SaaS-Plattformen zu abonnieren. Auf die Frage, ob er diese These teile, antwortete Turner knapp: „Ja."

Was das Unternehmen konkret macht

Curative hat seinen Salesforce-CRM-Vertrag gekündigt. Ein Unternehmenssprecher bestätigte gegenüber Business Insider: „Curative hat seinen Salesforce-CRM-Vertrag beendet." Als Ersatz entwickelte das Unternehmen ein internes CRM-System, das nach Turners Beschreibung per Vibe Coding entstanden ist, einem Ansatz, bei dem KI-Werkzeuge den Großteil des Programmierens übernehmen. Das Ersatzsystem wurde laut Turner innerhalb von zwei Monaten fertiggestellt.

Darüber hinaus setzt Curative den firmeneigenen KI-Agenten „Gwen" ein. Gwen übernimmt die Vertragsverhandlung mit Ärzten und anderen Gesundheitsdienstleistern, eine Aufgabe, die zuvor von menschlichen Mitarbeitern erledigt wurde.

Insgesamt plant Turner, die SaaS-Ausgaben von Curative im laufenden Jahr um rund 80 Prozent zu reduzieren. Die freiwerdenden Mittel sollen in KI reinvestiert werden.

Technik & Ansatz

Das interne CRM wurde mit KI-Unterstützung entwickelt (Vibe Coding). Als KI-Infrastruktur nutzt Curative Dienste von Anthropic. Turner beschrieb die Kostenentwicklung: „Unsere Kosten für Anthropic haben sich in den vergangenen sechs oder sieben Monaten jeden Monat versechsfacht. Angefangen haben wir bei einigen Zehntausend Dollar, inzwischen liegen wir bei mehreren Millionen Dollar pro Monat."

Der Agent „Gwen" ist speziell für Curative entwickelt worden und auf den Anwendungsfall der Vertragsverhandlung im Gesundheitswesen ausgerichtet.

Ergebnisse

Turner nannte konkrete Kostenzahlen für den Einsatz von Gwen: Der Abschluss eines einzelnen Arztvertrags habe vor dem KI-Einsatz durchschnittlich zwischen 1.500 und 2.000 Dollar gekostet. Mit Gwen liegen die durchschnittlichen Kosten nach Turners Angaben bei rund 70 Dollar pro Vertrag.

Turner beschrieb die strategische Konsequenz: „Jetzt, da wir diesen Agenten haben, können wir in diesem Jahr zehnmal so viele Verträge abschließen wie im vergangenen Jahr." Als Ziel nannte er in einem weiteren Schritt die Verzwanzigfachung des Vertragsvolumens gegenüber dem Stand vor dem KI-Einsatz.

Auf der Kostenseite entfällt die jährliche Salesforce-Lizenz über 600.000 Dollar. Dem steht ein stark gestiegener Anthropic-Rechnungsbetrag gegenüber, der laut Turner inzwischen im mehrstelligen Millionenbereich pro Monat liegt. Turner äußerte die Einschätzung, dass die Gesamtrechnung für Curative auch dann aufgehe, wenn Anthropic seine Preise verfünffachen würde.

Einordnung

Turner räumte ein, dass der Umstieg auf selbst entwickelte Systeme mit Herausforderungen verbunden ist. Die Wartung sei „definitiv eine der größten Herausforderungen", sagte er.

Salesforce widersprach der von Turner beschriebenen Entwicklung auf Branchenebene. Ein Salesforce-Sprecher verwies darauf, dass weiterhin 150.000 Unternehmen die Plattformen des Konzerns nutzten, und hob hervor, dass die Produkte auf komplexe Regulierungsanforderungen im Gesundheitswesen, darunter den US-Datenschutzstandard HIPAA, ausgelegt seien. Salesforce-CEO Marc Benioff erklärte im Rahmen einer Analystenkonferenz im Februar, weiterhin „unglaubliche Nachfrage" zu beobachten, und verwies darauf, dass auch Anthropic selbst Salesforce-Dienste nutzt.

Curative nutzt nach eigenen Angaben weiterhin Slack, ein Produkt, das seit 2020 zum Salesforce-Konzern gehört.


Quellen

Unabhängig belegt

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