Eduwo
Bildung / EdTech · Schweiz
Eduwo bricht Deepseek-Test für Weiterbildungs-Matching ab
Im Register seit 22.07.2026. Wir verfolgen, was aus diesem KI-Einsatz wird.
Wie nutzt Eduwo KI?
Eduwo testete das chinesische KI-Modell Deepseek für seinen Matching-Prozess zur Weiterbildungsempfehlung, stellte den Einsatz jedoch rasch wieder ein, weil Aufwand und Einsparungen in keinem sinnvollen Verhältnis standen.
Auf einen Blick
- Unternehmen
- Eduwo
- Branche
- Bildung / EdTech
- Land
- Schweiz
- Funktion
- Matching / Empfehlung
- KI-Technik
- Deepseek
Ausgangslage
Eduwo ist ein Schweizer Bildungs-Startup, das Nutzerinnen und Nutzern geeignete Lehrgänge und Weiterbildungen vermittelt. Raphael Tobler, Präsident der Swiss Startup Association und CEO von Eduwo, beschreibt das Kernprodukt: Das Unternehmen bringt Suchende mit passenden Weiterbildungsangeboten zusammen. Dafür betreibt Eduwo einen sogenannten Matching-Prozess, der Nutzerprofile und Angebote abgleicht.
Als Anfang 2025 das chinesische KI-Modell Deepseek auf den Markt kam und unter amerikanischen KI-Unternehmen für Aufsehen sorgte, testeten mehrere Schweizer Firmen das Modell. Auch Tobler und sein Team gehörten dazu.
Was das Unternehmen konkret macht
Eduwo ließ seinen Matching-Prozess, also die Zuordnung von Nutzerinnen und Nutzern zu geeigneten Weiterbildungen, über Deepseek laufen. Der Test war damit direkt auf das Kernprodukt ausgerichtet. Das Unternehmen brach den Versuch jedoch rasch wieder ab.
Technik & Ansatz
Deepseek ist ein sogenanntes Open-Weight-Modell: Die Parameter des Modells werden offengelegt und können auf eigenen Servern betrieben werden. Theoretisch ließe sich so ein Datenabfluss nach China verhindern. Für Eduwo hätte das konkret bedeutet, das Modell auf einem eigenen Server in der Schweiz aufzusetzen und die bekannte politische Voreingenommenheit des Modells aktiv zu bereinigen. Deepseek hatte in Tests etwa angegeben, Taiwan gehöre zu China, und verweigerte Aussagen zum Massaker auf dem Tiananmen-Platz.
Ergebnisse
Der Test wurde eingestellt. Tobler begründet dies mit dem Missverhältnis zwischen Aufwand und Nutzen: „Am Ende hätten wir mit Deepseek vielleicht hundert Franken im Monat einsparen können. Das hätte sich nicht gelohnt.“ Der Aufwand, die Voreingenommenheit des Modells auszumerzen, es aufzusetzen und auf einem eigenen Server in der Schweiz zu betreiben, wäre für ihre Anwendung unverhältnismäßig gewesen.
Einordnung
Der Fall Eduwo illustriert eine Abwägung, die mehrere Schweizer Startups nach dem Aufkommen von Deepseek trafen. Laut Chris Beyeler, Präsident des Verbands Swiss AI, testeten einzelne Mitgliedsfirmen chinesische Modelle, die meisten hielten sich jedoch zurück. Für Eduwo fiel die Kosten-Nutzen-Rechnung negativ aus: Die mögliche Einsparung war zu gering, der Integrationsaufwand zu hoch. Tobler erwartet generell nicht, dass viele Startups auf chinesische KI-Modelle wechseln werden, auch wenn er die Veröffentlichung leistungsfähiger chinesischer Modelle grundsätzlich als marktbelebend bewertet.
Quellen
Unabhängig belegtVon einer unabhängigen Quelle (Redaktion/Dritter) berichtet, nicht nur vom Unternehmen oder KI-Anbieter.
- ↗Schweizer Firmen und Kimi K3: KI aus China mag günstiger sein, aber ist sie sicher genug? - Neue Zürcher Zeitung
- ↗Nigerians Eduwo, Iwuala take Tunisian giants Esperance to quarters - The Namibian -
KI Cases fasst öffentlich berichtete Einsätze neutral zusammen und verlinkt die Originalquellen. Maßgeblich ist die jeweilige Quelle.
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