Technology · USA
Google setzt Optical Circuit Switches in Hyperscale-Rechenzentren ein
Im Register seit 16.06.2026. Wir verfolgen, was aus diesem KI-Einsatz wird.
Wie nutzt Google KI?
Google betreibt Hyperscale-Rechenzentren mit Optical Circuit Switches (OCS), die eine rein optische Datenübertragung ohne Konvertierung in elektrische Signale ermöglichen, und hat externe Zulieferer wie Coherent sowie Huber + Suhner mit der Lieferung dieser Komponenten beauftragt.
Auf einen Blick
- Unternehmen
- Branche
- Technology
- Land
- USA
- Funktion
- IT-Infrastruktur
- KI-Technik
- Optical Circuit Switches (OCS)
- Ergebnis
- Aktienkurs von Huber + Suhner seit Mitte 2025 verdreifacht; OCS-Markt für Verbindungstechnik bis 2030 auf 100–200 Mrd. USD geschätzt (Bloomberg Intelligence)
Ausgangslage
Hyperscale-Rechenzentren – betrieben unter anderem von Google, Microsoft, Meta und Amazon – stehen vor einem rapide wachsenden Datendurchsatz, der durch den Ausbau von KI-Anwendungen getrieben wird. Bloomberg Intelligence beziffert die globalen Rechenzentrum-Investitionen der vergangenen fünf Jahre auf über 1.600 Milliarden Dollar; bis 2030 sollen weitere 5.700 Milliarden Dollar folgen.
Ein zentrales technisches Problem in solchen Anlagen ist die Signalkonvertierung an Routern: Optische Datensignale, die über Glasfaserkabel transportiert werden, müssen an jedem Knotenpunkt in elektrische Signale umgewandelt und danach wieder in optische zurückkonvertiert werden. Dieser Umweg kostet Energie und begrenzt die Übertragungsgeschwindigkeit.
Was das Unternehmen konkret macht
Google setzt zur Lösung dieses Problems sogenannte Optical Circuit Switches (OCS) ein. Diese Schalter ermöglichen eine direkte optisch-zu-optisch-Übertragung ohne den bisherigen Zwischenschritt über elektrische Signale. Nach Einschätzung des Marktforschungsunternehmens Cignal AI war der OCS-Markt bislang weitgehend auf interne Aktivitäten Googles beschränkt – der Konzern gilt als Pionier dieser Verbindungstechnik.
Inzwischen vergibt Google laut Branchenbeobachtern substanzielle Aufträge an externe Anbieter. Bekannt ist, dass die amerikanische Firma Coherent Google mit optischen Schaltern beliefert. Im Juli 2024 schloss der Schweizer Technologiekonzern Huber + Suhner eine mehrjährige Kooperationsvereinbarung mit einem „weltweit tätigen Eigentümer und Betreiber von Hyperscale-Rechenzentrumsinfrastrukturen" – Beobachter ordnen diesen Auftrag Google zu. Die Bestellung umfasst nach Unternehmensangaben „eine erhebliche Anzahl" von OCS-Einheiten und soll in den nächsten drei Jahren „zu substanziellen Umsätzen" führen.
Technik & Ansatz
OCS-Schalter leiten Lichtsignale direkt weiter, ohne sie in elektrische Impulse umzuwandeln. Huber + Suhner zufolge steigert dies die Leistungsfähigkeit der Netzwerke. In der Mitteilung zum Vertragsabschluss wurde zudem darauf hingewiesen, dass durch den Wegfall der Konvertierungsschritte der Stromverbrauch und damit die Betriebskosten von Rechenzentren erheblich reduziert werden.
Der Markt für diese Technologie ist derzeit von einem Angebotsengpass geprägt: Analysten der Bank JP Morgan konstatierten nach einem Treffen mit dem Management des OCS-Anbieters Lumentum, dass die Nachfrage das Angebot gegenwärtig übersteige. Neben Coherent und Huber + Suhner gilt Lumentum als dritter bedeutender Anbieter in diesem Segment.
Ergebnisse
Belastbare publizierte Leistungskennzahlen zum Betrieb der OCS-Systeme bei Google liegen öffentlich nicht vor. Indirekte Marktindikatoren illustrieren jedoch die Dynamik: Der Aktienkurs von Huber + Suhner hat sich seit Mitte 2025 verdreifacht; allein seit Jahresbeginn 2026 stieg er um über 80 Prozent. Bloomberg Intelligence schätzt den kumulierten Markt für Verbindungstechnik in Rechenzentren bis 2030 auf 100 bis 200 Milliarden Dollar – bei einem Anteil von zwei bis drei Prozent an den Gesamtinvestitionen.
Cignal AI geht davon aus, dass Googles Marktanteil im OCS-Segment in den kommenden Jahren zurückgehen wird, weil der Konzern zunehmend externe Lieferanten einbezieht. Nennenswerter Umsatz für die Zulieferer wird laut Branchenbeobachtern erst ab 2027 erwartet.
Einordnung
Google hat mit dem Einsatz von OCS in eigenen Rechenzentren eine Technologie großskalig etabliert, die in der Branche bislang kaum kommerziell verfügbar war. Die Entscheidung, externe Zulieferer einzubinden, signalisiert einen Übergang vom intern entwickelten Nischenprodukt zu einem sich formierenden Zuliefermarkt. Ob und in welchem Umfang die Technologie die angegebenen Effizienzgewinne bei Energieverbrauch und Übertragungsleistung in der Praxis realisiert, ist aus öffentlich zugänglichen Quellen nicht belegbar.
Quellen
Unabhängig belegtVon einer unabhängigen Quelle (Redaktion/Dritter) berichtet, nicht nur vom Unternehmen oder KI-Anbieter.
- ↗Die KI-Euphorie macht den Schweizer Industriekonzern Huber + Suhner zum Börsenstar - Neue Zürcher Zeitung
- ↗SIUC Offers Access to Google AI Professional Certificate - WSIU NEWS
- ↗Google Expands AI Live Speech Translation with Gemini 3.5 Live Translate - Slator
- ↗A Court Has Ruled That Google Is Liable for False Statements Generated by AI Overviews - WIRED
KI Cases fasst öffentlich berichtete Einsätze neutral zusammen und verlinkt die Originalquellen. Maßgeblich ist die jeweilige Quelle.
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