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Bosch (Werk Bamberg)

Automobilzulieferer / Fertigung · Deutschland

Vom Unternehmen berichtet

Bosch Werk Bamberg: Agentische KI verkürzt Maschinenstillstände in der Fertigung

Reifegrad: Im Einsatz

Im Register seit 21.07.2026. Wir verfolgen, was aus diesem KI-Einsatz wird.

Wie nutzt Bosch (Werk Bamberg) KI?

Bosch setzt im Werk Bamberg den „Shopfloor Agent" ein, eine agentische KI-Software auf Tablet-Basis, die Fertigungsmitarbeitende bei der Fehleranalyse und -behebung an Produktionsanlagen selbstständig durch Lösungswege führt und dabei dokumentiertes Erfahrungswissen aus dem gesamten Betrieb verfügbar macht.

Produktion / InstandhaltungFehleranalyse und -behebung an Fertigungsanlagen mit agentischer KI (Shopfloor Agent)Agentische KI (Shopfloor Agent)

Auf einen Blick

Unternehmen
Bosch (Werk Bamberg)
Land
Deutschland
Funktion
Produktion / Instandhaltung
KI-Technik
Agentische KI (Shopfloor Agent)
Ergebnis
Rund 850.000 Euro jährliche Einsparungen je Werk durch reduzierte Maschinenstillstandszeiten

Ausgangslage

Das Bosch-Werk Bamberg ist einer der größten Fertigungsstandorte des Unternehmens und produziert seit über 80 Jahren Zündkerzen sowie hochmoderne Einspritzsysteme. Wie in vielen Industriebetrieben stellte sich dort das Problem, dass betriebskritisches Erfahrungswissen über Jahrzehnte an einzelne Mitarbeitende gebunden war. „Früher hätten sich Mitarbeitende oft auf die ‚alten Hasen' verlassen", beschreibt Philipp Glaser, Projektmanager für agentische KI in der Fertigung bei Bosch, die Ausgangssituation. Mit dem Renteneintritt erfahrener Fachkräfte drohten diese Kenntnisse verloren zu gehen oder lagen verteilt auf unterschiedlichen Laufwerken und Netzwerken.

Hinzu kommt der wirtschaftliche Druck durch Maschinenstillstände. „Je länger ein Fertigungssystem steht, desto schlechter für die Ausbringung", erklärt David Haselbauer, Informatiker im Werk Bamberg. Ziel war es, umständliche Fehlersuche und aufwändige Dokumentation auf ein Minimum zu reduzieren.

Was das Unternehmen konkret macht

Bosch hat im Werk Bamberg den sogenannten Shopfloor Agent eingeführt, eine agentische KI-Software, die auf Tablets an den Fertigungsmaschinen bereitsteht. Mitarbeitende nutzen das System direkt vor Ort, wenn Anlagen ausfallen oder Störungen auftreten.

Der Shopfloor Agent greift auf hinterlegtes Wissen zurück, agiert dabei selbstständig, entwickelt Strategien zur Problembehebung und führt die Nutzenden durch einen konkreten Lösungsweg. Das System dokumentiert erkannte Fehler, Fehlerquellen und passende Lösungsstrategien fortlaufend und macht dieses Wissen dauerhaft verfügbar. Glaser formuliert den Anspruch klar: „Jede Einstellerin und jeder Einsteller in der Fertigung muss mit dieser agentischen KI befähigt werden, Fehler zu finden und zu beseitigen."

Technik & Ansatz

Der Shopfloor Agent ist als agentisches KI-System konzipiert, das nicht nur Informationen bereitstellt, sondern eigenständig Lösungsstrategien entwickelt. Die Grundlage dafür legte ein Patent unter Beteiligung von Michael Kolb, Entwicklungsleiter für KI bei Bosch, das die Optimierbarkeit eines Manufacturing Execution Systems durch agentische KI beschreibt.

Das System unterstützt mehrsprachigen Einsatz: Es kann auf beliebig viele Sprachen trainiert werden, auf die die KI ausgelegt wird. Bosch hat es zudem so konzipiert, dass Anwender es an individuelle Anforderungen anpassen und mit anderen Lösungen zur Fertigungsoptimierung kombinieren können.

Für Kolb liegt die Stärke des Ansatzes in der Verbindung von KI-Technologie mit dem gewachsenen Produktionswissen des Unternehmens: „Erst das tief verankerte Produktionsverständnis von Bosch, das seit über 100 Jahren gewachsen ist, macht aus KI eine praxistaugliche, industrielle Lösung."

Ergebnisse

Bosch beziffert die Einsparungen durch den Shopfloor Agent auf rund 850.000 Euro jährlich für jedes einzelne Werk, die durch die Reduzierung von Maschinenstillstandszeiten erzielt werden. Die Beschleunigung von Fehleranalyse und Fehlerbehebung ist dabei der zentrale Hebel.

Seit Ende 2025 bietet Bosch die Technologie nicht mehr nur im eigenen Betrieb an, sondern vermarktet sie auch extern. Als Kundenbeispiel wird die Sick AG genannt, ein Unternehmen mit mehr als 10.000 Mitarbeitenden aus dem Bereich sensorbasierter Industrielösungen.

Einordnung

Der Einsatz des Shopfloor Agent ist für Bosch auch ein Beitrag zur Standortsicherung. Leon Keidel, Kollege von Haselbauer im Werk Bamberg, formuliert den Zusammenhang direkt: „Eine gleichmäßige Fertigung ist ein Garant für hohe und kostenoptimale Produktivität. KI hilft hier entscheidend." Glaser ergänzt den strategischen Rahmen: Die Steigerung der Produktivität durch KI trage dazu bei, Beschäftigung auch an Hochlohnkostenstandorten wie Deutschland zu erhalten.

Das Akzeptanzthema innerhalb der Belegschaft wird intern aktiv adressiert. Kolb betont, dass Vorteile rasch sichtbar sein müssen, damit das Vorhaben gelingt.


Quellen

Vom Unternehmen berichtet

Quelle ist das Unternehmen selbst (Pressemitteilung/Newsroom): eine Eigenangabe, nicht unabhängig bestätigt.

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