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Sick AG

Sensorik / Industrieautomation · Deutschland

Unabhängig belegt

Sick AG: KI-Agenten für Fehlerdokumentation und Fehlerbehebung an Fertigungsanlagen

Reifegrad: Pilot / Test

Im Register seit 21.07.2026. Wir verfolgen, was aus diesem KI-Einsatz wird.

Wie nutzt Sick AG KI?

Die Sick AG setzt im Werk Waldkirch zwei KI-Agenten von Bosch ein: einen Equipment Ticket Agent zur präzisen Fehlerdokumentation an Fertigungsanlagen und einen Service & Support Agent zur kontextbasierten Fehlerbehebung.

Produktion / InstandhaltungKI-gestützte Ticket-Erstellung und kontextorientierte Fehlerbehebung an Fertigungsanlagen (Equipment Ticket Agent & Service & Support Agent)Agentische KI (Bosch Shopfloor Agent)

Auf einen Blick

Unternehmen
Sick AG
Branche
Sensorik / Industrieautomation
Land
Deutschland
Funktion
Produktion / Instandhaltung
KI-Technik
Agentische KI (Bosch Shopfloor Agent)
Ergebnis
~850.000 € jährliche Einsparungen je Werk (Bosch-interne Referenz durch reduzierte Maschinenstillstandszeiten)

Ausgangslage

Die Sick AG, 1946 gegründet und mit mehr als 10.000 Mitarbeitenden einer der weltweit führenden Anbieter sensorbasierter Applikationen für industrielle Anwendungen, steht vor einer in der Fertigungsindustrie verbreiteten Herausforderung: Bei Ausfällen an Produktionsanlagen kostet jede Minute Stillstand Ausbringung und Effizienz. Christiane Becherer, Senior Specialist Intelligent Supply Network bei Sick, verantwortet den strategischen KI-Einsatz im internen Produktions- und Versorgungsnetzwerk und übernahm die Projektleitung des Bosch-Agentic-AI-Flaggschiffprojekts bei Sick.

Ein strukturelles Problem dabei: Wissen über Fehlerquellen und Lösungsstrategien lag bislang verteilt auf verschiedenen Laufwerken und Netzwerken. Scheidet erfahrenes Personal aus, geht dieses implizite Wissen verloren. Mitarbeitende ohne tiefgreifende technische Expertise mussten sich bisher auf erfahrene Kolleginnen und Kollegen verlassen, die sogenannten „alten Hasen".

Was das Unternehmen konkret macht

Im Werk Waldkirch läuft das Projekt in einer Pilotphase, in der zwei KI-Agenten aus dem Bosch-Shopfloor-Agent-Portfolio in der Fertigung eingesetzt werden.

Der erste Agent, der **Equipment Ticket Agent**, unterstützt die Erstellung präziser Tickets. Tickets sind dabei detaillierte, genaue Fehlermeldungen, auf deren Basis eine Lösung erarbeitet werden kann. Becherer zufolge war die Qualität solcher Fehlermeldungen zuvor ein Engpass: Wichtige Informationen fehlten oder wurden unvollständig erfasst, was die anschließende Diagnose erschwerte.

Der zweite Agent, der **Service & Support Agent**, setzt auf dem Ticket auf und unterstützt die Fehlerbehebung selbst. Er agiert auf Basis hinterlegten Wissens selbstständig, entwickelt Strategien zur Problembehebung und bietet den Nutzenden einen konkreten Lösungsweg an.

Technik & Ansatz

Die eingesetzten Agenten basieren auf Boschs Shopfloor Agent, einer agentischen KI-Software, die speziell für den Einsatz in Fertigungsumgebungen entwickelt wurde. Das System dokumentiert und speichert Fehler, Fehlerquellen und passende Lösungsstrategien, und macht dieses Wissen damit dauerhaft und unabhängig von einzelnen Personen verfügbar.

Ein zentrales Designprinzip ist die breite Zugänglichkeit: Laut Philipp Glaser, Projektmanager für agentische KI in der Fertigung bei Bosch, müsse „jede Einstellerin und jeder Einsteller in der Fertigung" befähigt werden, mit der agentischen KI Fehler zu finden und zu beseitigen, auch ohne tiefgreifende technische Expertise. Das System ist mehrsprachig einsetzbar und so konzipiert, dass Kunden es an ihre individuellen Anforderungen anpassen können, während sie technologisch unabhängig bleiben und die KI mit anderen Lösungen kombinieren können.

Ergebnisse

Für die Pilotphase bei Sick liegen aus den vorliegenden Quellen keine eigenständig ausgewiesenen Ergebniszahlen vor. Bosch beziffert den Effekt seines Shopfloor Agents in den eigenen Werken mit jährlichen Einsparungen von rund 850.000 Euro je Werk durch reduzierte Maschinenstillstandszeiten, diese Zahl bezieht sich auf Bosch-interne Werke, nicht auf das Sick-Pilotprojekt.

Einordnung

Das Sick-Projekt steht exemplarisch für Boschs Strategie, den seit Ende 2025 auch extern angebotenen Shopfloor Agent bei Industriekunden einzuführen. Der Anwendungsfall adressiert ein strukturelles Problem der Fertigungsindustrie: den Verlust von Erfahrungswissen beim Ausscheiden langjähriger Mitarbeitender und die damit verbundene Abhängigkeit von Einzelpersonen bei der Fehlerdiagnose. Die Aufteilung in zwei spezialisierte Agenten, einen für die Ticketerstellung, einen für die eigentliche Fehlerbehebung, entspricht einer modularen Herangehensweise, die auf unterschiedliche Prozessschritte im Störungsmanagement zielt.


Quellen

Unabhängig belegt

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Weitere Fälle

B

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Produktion / Instandhaltung · Agentische KI (Shopfloor Agent)

O

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