Cornèrcard

Cornèrcard

Finanzdienstleistungen · Schweiz

Unabhängig belegt

Cornèrcard testet KI-gesteuerte Einkäufe via Visa Agentic Ready

Reifegrad: Pilot / Test

Im Register seit 08.07.2026. Wir verfolgen, was aus diesem KI-Einsatz wird.

Wie nutzt Cornèrcard KI?

Cornèrcard nimmt als eine der ersten Schweizer Kartenherausgeberinnen am Visa-Programm „Agentic Ready“ teil, in dessen Rahmen KI-Agenten im Auftrag von Karteninhabern reale Einkäufe bei teilnehmenden Händlern durchführen.

ZahlungsabwicklungKI-Agenten-gestützter Einkauf (Agentic Commerce)Visa Intelligent Commerce / Visa Payment Passkeys

Auf einen Blick

Unternehmen
Cornèrcard
Land
Schweiz
Funktion
Zahlungsabwicklung
KI-Technik
Visa Intelligent Commerce / Visa Payment Passkeys
Ergebnis
Über 30 Kartenherausgeber beteiligten sich an den Tests; Cornèrcard ist einer von drei teilnehmenden Schweizer Partnern.

Ausgangslage

Der sogenannte Agentic Commerce, also der Einkauf durch KI-Agenten im Auftrag von Konsumentinnen und Konsumenten, stellt Zahlungsinfrastrukturen vor neue Anforderungen: Transaktionen müssen sicher, authentifiziert und regulatorisch konform abgewickelt werden, ohne dass die Kontrolle über den Kaufvorgang von der nutzenden Person abgegeben wird. Visa hat dafür das Programm „Visa Agentic Ready“ entwickelt und zunächst in Asien-Pazifik, dem Nahen Osten und Lateinamerika erprobt, bevor es auf Europa ausgeweitet wurde.

Was das Unternehmen konkret macht

Cornèrcard ist einer der ersten Kartenherausgeber, die am europäischen Rollout von „Visa Agentic Ready“ teilnehmen, und eine von drei in der Schweiz ansässigen Institutionen neben Swisscard und Viseca. Im Rahmen des Programms haben KI-Agenten auf den Websites teilnehmender Händler, darunter Cleverbridge, Lastminute.com, Frasers und Brickdepot, Artikel ausgewählt und Einkäufe gemäß den von den Nutzern festgelegten Parametern abgeschlossen. Diese Transaktionen fanden laut Visa nicht in einer geschlossenen Testumgebung, sondern direkt auf den Live-Websites der Händler statt. Jede Zahlung wurde dabei vom Konsumenten autorisiert; die Kontrolle über die Transaktion verblieb beim Nutzer.

CEO Alessandro Seralvo ordnet die Teilnahme strategisch ein: „Mit dieser neuen Visa-Initiative bekräftigen wir unseren Anspruch, Innovation voranzutreiben und das Zahlungserlebnis für unsere Karteninhaber kontinuierlich zu verbessern.“

Technik & Ansatz

Die technische Grundlage bildet die Plattform Visa Intelligent Commerce, die Finanzinstitute, Händler und KI-Systeme über das Visa-Netzwerk verbindet. Für die Identifikation und Verifizierung von KI-Agenten über verschiedene Plattformen hinweg setzt Visa auf das Trusted Agent Protocol (TAP) sowie ein Agent Directory. Laut Visa baut TAP auf bestehenden E-Commerce-Protokollen auf; auf Händlerseite ist keine neue Infrastruktur erforderlich. Unterstützt wird die Einführung von Infrastrukturanbietern wie Cloudflare und Akamai.

Auf Seiten der Kartenherausgeber kommen Visa Payment Passkeys zum Einsatz, eine biometrische Authentifizierungsmethode, die die europäischen Anforderungen an eine starke Kundenauthentifizierung (SCA) erfüllen soll. Bestehende Technologien wie Tokenisierung ergänzen das Sicherheitskonzept. Ziel ist es, jede Transaktion eindeutig einer realen Person zuordnen zu können.

Ergebnisse

Über 30 Finanzinstitute und Kartenherausgeber beteiligten sich an den Tests in Europa. Visa bezeichnet die durchgeführten Transaktionen als erste reale Einkäufe durch KI-Agenten unter echten Marktbedingungen im europäischen Raum, einen Schritt über das rein geschlossene Testumfeld hinaus. Santosh Ritter, Country Manager von Visa für die Schweiz und Liechtenstein, kommentiert: „Wir sehen jetzt, wie KI-Agenten im Auftrag von Menschen direkt bei echten Händlern einkaufen können. Der nächste Schritt wird sein, dies im grossen Massstab auszurollen.“

Einordnung

Das Programm befindet sich noch in einer frühen Phase; ein breiter Rollout ist laut Visa für die Zukunft geplant. Weitere europäische Großinstitute wie Barclays, Commerzbank, HSBC UK, Revolut und Santander nehmen ebenfalls teil, was auf eine branchenweite Positionierung hindeutet. Für Cornèrcard bedeutet die frühe Teilnahme den Einstieg in eine Infrastruktur, die, sofern sie sich etabliert, die Art und Weise, wie Karteninhaber einkaufen, grundlegend verändern könnte. Quantifizierte Ergebnisse zum Transaktionsvolumen oder zur Nutzungsrate liegen öffentlich noch nicht vor.


Quellen

Unabhängig belegt

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