Debiopharm
Pharma/Biotech · Schweiz
Debiopharm nutzt KI-Bildgebungsplattform von Altis Labs zur Biomarkeranalyse in klinischen Studien
Im Register seit 16.06.2026. Wir verfolgen, was aus diesem KI-Einsatz wird.
Wie nutzt Debiopharm KI?
Debiopharm investiert über seinen Investitionsarm Debiopharm Innovation Fund in KI-gestützte Plattformen für die Bildgebungsanalyse und Biomarkerentwicklung in klinischen Studien und setzt dabei unter anderem auf die Technologie von Altis Labs.
Auf einen Blick
- Unternehmen
- Debiopharm
- Branche
- Pharma/Biotech
- Land
- Schweiz
- Funktion
- Forschung & Entwicklung
- KI-Technik
- Generative KI (Protocol AI von Risklick)
- KI-Anbieter
- Risklick (Sitz: Schweiz, außerhalb der EU)
- Ergebnis
- 6 Mio. USD Seed-Finanzierung für Altis Labs (co-geleitet mit Benchstrength, Juni 2023); DPIF investierte seit 2017 in 20 KI- und Digital-Health-Unternehmen
KI-Anbieter = Unternehmenssitz des genutzten Anbieters. Wo Daten konkret verarbeitet werden, hängt von Region und Vertrag ab. Keine Aussage zur DSGVO-Konformität.
Ausgangslage
Debiopharm ist ein privat geführtes Schweizer Biopharmazieunternehmen mit Sitz in Lausanne, das sich auf Onkologie und Infektionskrankheiten konzentriert. Das Unternehmen lizenziert frühe Wirkstoffkandidaten von Universitäten und kleineren Biotechs ein, entwickelt diese klinisch weiter und strebt anschließend eine Auslizenzierung an größere Pharmaunternehmen an. Eigene Vermarktung findet nicht statt.
Medizinische Bildgebung macht laut Altis Labs 90 Prozent aller Gesundheitsdaten aus, wird aber in klinischen Studien durch veraltete Interpretationsrichtlinien, teils über 40 Jahre alt, systematisch untergenutzt. Debiopharm erkannte diesen Engpass: Carolina Haefliger, Head of Translational Medicine bei Debiopharm, hält fest: „In R&D ist Bildgebung ein Kernelement unserer klinischen Studien, und aktuelle Methoden schöpfen ihr Potenzial nicht aus."
Was das Unternehmen konkret macht
Debiopharm adressiert dieses Problem nicht durch eigene KI-Entwicklung, sondern durch gezielte Investitionen in externe KI-Unternehmen. Der strategische Investitionsarm des Konzerns, der Debiopharm Innovation Fund (DPIF), hat seit 2017 in 20 KI- und Digital-Health-Unternehmen investiert und übernimmt dabei typischerweise die Führung der Finanzierungsrunden.
Konkret co-leitete der Debiopharm Innovation Fund gemeinsam mit Benchstrength eine Seed-Finanzierungsrunde über 6 Millionen US-Dollar für Altis Labs. Altis entwickelt die KI-gestützte Bildgebungs-Biomarker-Plattform „Nota", die auf über 182 Millionen realen Aufnahmen mit zugehörigen Diagnose-, Behandlungs- und Outcomedaten trainiert wurde. Debiopharm erhielt im Zuge der Beteiligung einen Beobachtersitz im Board von Altis.
Parallel dazu hält Debiopharm eine Partnerschaft mit dem KI-Unternehmen VeriSIM Life und kooperiert für Discovery-Projekte mit weiteren KI-fokussierten Partnern.
Technik & Ansatz
Die Nota-Plattform von Altis Labs nutzt Deep-Learning-Modelle, um klinische Endpunkte aus Bildgebungsdaten vorherzusagen, über einfache Tumorgröße-Messungen hinaus. Konkret erlaubt die Plattform eine automatische Analyse von Bildgebungsdaten aus Phase-I- bis Phase-III-Studien in der Cloud. Die Modelle prognostizieren klinisch relevante Outcomes aus Baseline- und Folgeuntersuchungen, um Patienten genauer zu stratifizieren und Behandlungseffekte über Subpopulationen hinweg zu quantifizieren.
Das zugrundeliegende Prognosetool „IPRO" (imaging-based prognostication) wurde in Zusammenarbeit mit kanadischen Krebszentren validiert und im „Journal of Clinical Oncology, Clinical Cancer Informatics" veröffentlicht sowie auf dem Jahreskongress der American Society of Clinical Oncology präsentiert.
Die Erkenntnisse sollen laut Altis Labs bei Entscheidungen entlang der gesamten Entwicklungskette helfen: Go/No-Go-Entscheide, Studiendesign, Erstattungsstrategien sowie die Neubewertung zurückgestellter Substanzen.
Ergebnisse
Belastbare interne Ergebnisse aus dem Einsatz von Nota durch Debiopharm selbst sind aus den vorliegenden Quellen nicht dokumentiert. Die Investition in Altis Labs wurde im Juni 2023 bekanntgegeben. Debiopharms Head of Translational Medicine äußerte die Einschätzung, KI-gestützte Werkzeuge wie jene von Altis würden „zum neuen Standard für die Messung des klinischen Nutzens werden, nicht nur in klinischen Studien, sondern auch in der klinischen Versorgung."
Aus dem breiteren klinischen Portfolio lässt sich ein Kontext ableiten: Beim AACR-Jahreskongress 2026 präsentierte Debiopharm erste klinische Ergebnisse der MYTHIC-Studie (Phase I), in der 55,5 Prozent der RECIST-auswertbaren Patienten eine Tumorschrumpfung zeigten, darunter 81,3 Prozent der Ovarialkarzinom-Patienten mit relevanten genetischen Veränderungen, bei einer klinischen Benefitrate von 93,8 Prozent. Dieser Datenpunkt betrifft jedoch die Kombinationstherapie mit Zedoresertib und Lunresertib, nicht den Einsatz der KI-Bildgebungsplattform direkt.
Einordnung
Debiopharms Ansatz im KI-Bereich ist primär investitionsgetrieben: Das Unternehmen baut keine eigene KI-Infrastruktur auf, sondern beteiligt sich strategisch an spezialisierten Anbietern und bindet deren Technologie über Board-Präsenz und Partnerschaft in die eigene Entwicklungsarbeit ein. Der Debiopharm Innovation Fund ist dabei das operative Instrument, mit 20 Investitionen in KI- und Digital-Health-Unternehmen seit 2017 ein systematisch genutztes Vehikel.
Die Kombination aus eigenem klinischem Programm in der Onkologie und dem externen KI-Zugang über Beteiligungen entspricht dem erklärten Geschäftsmodell: Wertsteigerung durch klinische Entwicklung, ohne eigene Kommerzialisierung oder eigene Forschungsinfrastruktur aufzubauen.
Quellen
Unabhängig belegtVon einer unabhängigen Quelle (Redaktion/Dritter) berichtet, nicht nur vom Unternehmen oder KI-Anbieter.
- ↗KI könnte die Entwicklung neuer Medikamente beschleunigen - SWI swissinfo.ch
- ↗AACR 2026: Breakthroughs in DNA Damage Repair Inhibition, Dual Payload ADCs, and AI-Driven Biomarkers - Onco'Zine
- ↗Debiopharm's wee1 inhibitor advances in cancer trials - drugdiscoverytrends.com
- ↗Altis Labs Raises US $6 Million in Seed Funding Co-Led by Debiopharm and Benchstrength to Advance AI Platform for Clinical Trials - Healthca
KI Cases fasst öffentlich berichtete Einsätze neutral zusammen und verlinkt die Originalquellen. Maßgeblich ist die jeweilige Quelle.
Weitere Fälle
EPFL
Hochschule / Forschung
EPFL entwickelt offene KI-Basismodelle und gehirninspiriertes Sprachmodell MiCRo
EPFL entwickelt im Rahmen des Swiss National AI Institute (SNAI) gemeinsam mit ETH Zürich offene, quelloffene Basismodelle (Foundation Models) mit gesellschaftlichem Fokus und hat zusätzlich das gehirnstrukturierte Sprachmodell MiCRo veröffentlicht.
Forschung & Entwicklung · Apertus (eigenes Sprachmodell)
ETH Zürich
Hochschule / Forschung
ETH Zürich und IBM entwickeln Algorithmen für KI und Quantencomputing, Deepfake-Kontext ohne belegte Projektzuordnung
Die ETH Zürich forscht gemeinsam mit IBM an einer neuen Generation von Algorithmen an der Schnittstelle von KI und Quantencomputing, mit dem Ziel, hybride Rechenmethoden für Wissenschaft und Industrie nutzbar zu machen.
Forschung & Entwicklung · Verschlüsselte digitale Signaturen / Sensortechnologie für Kameras
Isomorphic Labs
Biotech / KI
Isomorphic Labs: KI-gestützte Wirkstoffforschung mit eigenem Drug-Design-Modell
Isomorphic Labs entwickelt und betreibt eine proprietäre KI-Plattform (IsoDDE) zur Strukturvorhersage und zum Design von Wirkstoffkandidaten in den Bereichen Onkologie, Immunologie und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Forschung & Entwicklung
Jede Woche neue KI-Fallstudien
Wie Unternehmen KI wirklich einsetzen: kuratiert, mit Quelle. Der Newsletter startet bald, trag dich ein und sei von Anfang an dabei.
Abonnieren