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Digitale Gesellschaft Schweiz

NGO / Zivilgesellschaft · Schweiz

Unabhängig belegt

Digitale Gesellschaft Schweiz bewertet KI-Brillen als Datenschutzrisiko und fordert EU-Transparenzpflichten

Reifegrad: Reifegrad unklar

Im Register seit 02.07.2026. Wir verfolgen, was aus diesem KI-Einsatz wird.

Wie nutzt Digitale Gesellschaft Schweiz KI?

Die Digitale Gesellschaft Schweiz beobachtet und bewertet die gesellschaftlichen und datenschutzrechtlichen Auswirkungen von KI-Brillen und beteiligt sich an zivilgesellschaftlichen Initiativen zur Regulierung von KI-Systemen auf europäischer Ebene.

Datenschutz / InteressenvertretungBeobachtung und Bewertung von KI-Brillen-EntwicklungenSmart Glasses / KI

Auf einen Blick

Unternehmen
Digitale Gesellschaft Schweiz
Branche
NGO / Zivilgesellschaft
Land
Schweiz
Funktion
Datenschutz / Interessenvertretung
KI-Technik
Smart Glasses / KI

Ausgangslage

Smart Glasses, Brillen mit integrierter Kamera, Mikrofon und KI-Anbindung, sind ein wachsendes Marktsegment. Meta verkaufte im vergangenen Jahr gemeinsam mit Oakley und Ray-Ban sieben Millionen solcher Brillen, dreimal so viele wie im Vorjahr. Google kündigte für Herbst 2025 eine eigene Brille unter dem Namen Android XR an, Apple soll laut Medienberichten für 2027 ein vergleichbares Produkt planen. Meta-CEO Mark Zuckerberg beschrieb die Geräte als künftiges Hauptcomputergerät, das sehe, was der Träger sehe, höre, was er höre, und den ganzen Tag mit ihm interagiere.

Die Digitale Gesellschaft Schweiz beschreibt Smart Glasses als „Frontalangriff auf unsere Privatsphäre". Dank integrierter Kamera und Mikrofon können die Brillen Fotos und Videos aufnehmen sowie KI in Echtzeit um Rat bitten. Die Brille analysiert Objekte, Texte, Orte oder Situationen im Blickfeld und liefert passende Informationen, je nach Modell über kleine Lautsprecher oder direkt im Sichtfeld eingeblendet.

Was das Unternehmen konkret macht

Die Digitale Gesellschaft Schweiz beobachtet die Entwicklung von KI-Brillen und bewertet deren datenschutz- und grundrechtliche Implikationen. Parallel engagiert sie sich auf europäischer Ebene für eine wirksame Regulierung von KI-Systemen: Sie unterzeichnete einen offenen Brief, der die EU-Institutionen auffordert, die Transparenzpflicht gemäss Artikel 49 Absatz 2 des EU-AI-Acts beizubehalten. Diese Vorschrift verpflichtet Anbieter von KI-Systemen, die sich selbst von den Hochrisiko-Anforderungen ausnehmen, dies in einer öffentlich einsehbaren Datenbank zu registrieren.

Technik & Ansatz

Die Beobachtungstätigkeit der Digitale Gesellschaft Schweiz richtet sich auf Geräte, die KI in Echtzeit einsetzen, um die Umgebung des Trägers zu analysieren. Die Brillen verschmelzen laut der Organisation digitale Informationen „beinahe nahtlos mit der realen Umgebung". Der zivilgesellschaftliche Ansatz verbindet technische Beobachtung mit rechtspolitischer Intervention: Im Bereich der EU-KI-Regulierung argumentiert die Organisation, dass das Entfernen der Artikel-49(2)-Transparenzpflicht Behörden, Konkurrenten und der Öffentlichkeit jede Möglichkeit nehme, nachzuvollziehen, welche Anbieter sich den Hochrisiko-Anforderungen entziehen.

Einordnung

Die Digitale Gesellschaft Schweiz ordnet KI-Brillen als datenschutzrechtlich kritische Technologie ein, die bislang wenig reguliert ist. Auf EU-Ebene ist sie Teil eines breiten Bündnisses zivilgesellschaftlicher Organisationen, das sich gegen eine Abschwächung des EU-AI-Acts wendet. Der konkrete Streitpunkt, die Streichung der Registrierungspflicht für Selbstausnahmen aus dem Hochrisikobereich, wird von der Europäischen Kommission mit einer durchschnittlichen Kostenersparnis von 100 Euro pro Unternehmen begründet, was die unterzeichnenden Organisationen als unverhältnismäßig gegenüber dem entstandenen Kontrollverlust bewerten.


Quellen

Unabhängig belegt

Von einer unabhängigen Quelle (Redaktion/Dritter) berichtet, nicht nur vom Unternehmen oder KI-Anbieter.

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