Heuking
Rechtsdienstleistungen · Deutschland
Heuking: KI-gestützte Cybersicherheit und juristische Arbeit mit Harvey und CrowdStrike
Im Register seit 22.07.2026. Wir verfolgen, was aus diesem KI-Einsatz wird.
Wie nutzt Heuking KI?
Heuking setzt die KI-Plattform Harvey für die juristische Alltagsarbeit ein und schützt seine 1.500 Endpunkte sowie Mandantendaten mit der KI-gestützten CrowdStrike-Falcon-Plattform inklusive 24/7-MDR-Service.
Auf einen Blick
- Unternehmen
- Heuking
- Branche
- Rechtsdienstleistungen
- Land
- Deutschland
- Funktion
- Legal / Recht
- KI-Technik
- Harvey (Legal-KI-Plattform)
- Ergebnis
- Normaler Harvey-Nutzer spart laut Harvey/RSGI-Studie durchschnittlich 4,3 Stunden Arbeitsaufwand pro Woche; Power-User 11 Stunden
Ausgangslage
Heuking ist mit über 400 Anwälten, Steuerberatern und Notaren an acht deutschen Standorten und rund 1.200 Mitarbeitern eine der größten Wirtschaftskanzleien in Deutschland. Der Schutz sensibler Mandantendaten und juristischer Dokumente hat nach eigenen Angaben höchste Priorität. IT-Leiter Mathias Espeloer beschreibt die Ausgangssituation klar: „Wir haben früh erkannt, dass ein traditionelles Setup mit signaturbasierter Antivirensoftware überholt war." Gefragt war eine Plattform mit umfassender Sichtbarkeit und Schutz auch vor identitätsbasierten Angriffen.
Parallel dazu wuchs der Druck auf die juristische Arbeitsorganisation. Der internationale Legaltech-Markt befindet sich im Umbruch: Große Technologiekonzerne wie Microsoft, Anthropic und OpenAI drängen in einen Markt, der bislang spezialisierten Start-ups vorbehalten war. Heuking reagierte auf beide Herausforderungen, IT-Sicherheit und juristische Effizienz, mit gezielten Plattformentscheidungen.
Was das Unternehmen konkret macht
Seit 2021 setzt Heuking auf die CrowdStrike-Falcon-Plattform für Endpunkt-, Identitäts- und Datensicherheit. Ausgerollt wurde der Falcon-Agent auf 1.500 Endpunkten, ergänzt um den 24/7-Managed-Detection-and-Response-Dienst Falcon Complete Next-Gen MDR.
Im Bereich der juristischen Arbeit hat Juliane Diefenbach, Director of Knowledge Management bei Heuking, 2024 eine der ersten Implementierungen der KI-Plattform Harvey im deutschen Rechtsmarkt geleitet. Harvey ist eine Plattform, die nach Anbieterangaben von Anwälten für Anwälte entwickelt wurde und auf die spezifischen Anforderungen juristischer Arbeit ausgelegt ist, darunter vertrauliche Mandatsdaten, komplexe Vertragswerke und berufsrechtliche Sorgfaltspflichten.
Technik & Ansatz
**CrowdStrike:** Die Sicherheitsarchitektur basiert auf einem einzigen Agenten, der mehrere Module der Falcon-Plattform bedient. Eingesetzt werden unter anderem Falcon Spotlight und Falcon Insight für Endpunkterkennung und -reaktion, Falcon Identity Protection für den Schutz vor identitätsbasierten Angriffen, Falcon LogScale für Log-Management und Compliance, Falcon Data Protection gegen Insider-Bedrohungen sowie Falcon Exposure Management für Asset-Sichtbarkeit und Risikobewertung. Ein wesentliches Merkmal ist die automatische Aktivierung von Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) für administrative Zugriffe durch Falcon Identity Protection. Espeloer betont den Konsolidierungsansatz: „Insellösungen funktionieren bei uns nicht, wir brauchen vollständige Transparenz mit benutzerfreundlichem Management."
**Harvey:** Die KI-Plattform arbeitet mit mehreren Sprachmodellen gleichzeitig, darunter Modelle von Anthropic, OpenAI und dem europäischen Anbieter Mistral, und wählt automatisch das geeignetste Modell für eine Anfrage aus. Für deutsche Kunden werden Daten in deutschen Rechenzentren gespeichert; auch die Anfragen an die Sprachmodelle können so konfiguriert werden, dass die Verarbeitung ausschließlich auf europäischen Servern stattfindet. In Deutschland greift Harvey auf Inhalte des Fachverlags Otto Schmidt sowie auf öffentliche Rechtsquellen wie die Rechtsportale der Bundesländer und Bundesgerichte zu. Die Plattform ist in Microsoft Word und Microsoft Outlook eingebettet und lässt sich mit Dokumentenmanagementsystemen verbinden.
Ergebnisse
Die CrowdStrike-Implementierung ermöglichte es Heuking, interne IT-Ressourcen gezielter einzusetzen. Espeloer erklärt, dass er ohne den MDR-Service deutlich mehr hochspezialisierte IT-Fachkräfte benötigen würde. Die Sichtbarkeit in die IT-Infrastruktur habe sich durch den Falcon-Agenten „erheblich verbessert".
Bei Harvey verzeichnete Heuking nach Angaben von Diefenbach starke und nachhaltige Adoptionsraten sowie messbare Effizienzgewinne. Für den Legaltech-Markt insgesamt weist eine von Harvey gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen RSGI veröffentlichte Studie aus, dass ein normaler Nutzer im Schnitt rund 4,3 Stunden Arbeitsaufwand pro Woche einspart; Power-User kommen demnach auf elf Stunden pro Woche. In mehr als 30 Prozent der untersuchten Unternehmen war der Return on Investment bereits nach einem Monat positiv. Diese Zahlen beziehen sich auf den Harvey-Kundenstamm allgemein, nicht spezifisch auf Heuking.
Einordnung
Heuking verfolgt in beiden Bereichen, IT-Sicherheit und juristische KI, einen Plattformansatz statt Insellösungen. Die Harvey-Implementierung 2024 war nach Darstellung des Unternehmens eine der ersten generativer KI im deutschen Rechtsmarkt. Heuking gehört neben A&O Shearman, Gleiss Lutz und der Rechtsabteilung der Deutschen Telekom zu den namentlich genannten deutschen Nutzern von Harvey. Diefenbach beschreibt den internen Ansatz als bewusst inkrementell: „Es sind nicht die großen, glänzenden Technologien, die den Unterschied machen, oft sind es viele kleine, gut überlegte Schritte."
Quellen
Unabhängig belegtVon einer unabhängigen Quelle (Redaktion/Dritter) berichtet, nicht nur vom Unternehmen oder KI-Anbieter.
- ↗Harvey KI: Wie das Legaltech den deutschen Rechtsmarkt erobert - FAZ
- ↗Juliane Diefenbach on the Small Steps That Lead to Lasting Innovation - Harvey
- ↗HEUKING Customer Story (Video) - CrowdStrike
- ↗Brussels‘ biotech offensive: an overdue signal with flaws - VC Magazin
KI Cases fasst öffentlich berichtete Einsätze neutral zusammen und verlinkt die Originalquellen. Maßgeblich ist die jeweilige Quelle.
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