Moderna
Pharma · USA
Firmenweiter ChatGPT-Rollout: rund 750 selbstgebaute GPTs
Wie nutzt Moderna KI?
Moderna führte ChatGPT Enterprise firmenweit ein und ließ Mitarbeitende eigene, aufgabenspezifische GPTs bauen.
Auf einen Blick
- Unternehmen
- Moderna
- Branche
- Pharma
- Land
- USA
- Funktion
- Unternehmensweit
- KI-Technik
- OpenAI ChatGPT Enterprise
- Ergebnis
- Laut OpenAI/Moderna rund 750 selbst erstellte GPTs in wenigen Monaten.
Ausgangslage
Moderna versteht sich seit der Gründung als „digital-first"-Pharmaunternehmen und skalierte nach dem COVID-Impfstoff massiv — bei gleichzeitig schmaler werdender Produktpipeline und Kostendruck. Statt KI nur punktuell in der IT zu pilotieren, formulierte das Unternehmen 2024 das Ziel, generative KI breit in allen Funktionen verfügbar zu machen: Forschung, Klinik, Recht, Kommunikation, HR.
Dafür ging Moderna eine Partnerschaft mit OpenAI ein und führte ChatGPT Enterprise unternehmensweit ein. Anders als viele Konzerne, die mit isolierten Piloten starteten, setzte Moderna von Beginn an auf flächendeckende Adoption.
Was Moderna konkret gemacht hat
Kern des Ansatzes ist nicht ein zentrales Tool, sondern die Befähigung der Mitarbeitenden, ohne Programmierkenntnisse eigene, aufgabenspezifische Assistenten („GPTs") zu bauen. ChatGPT wurde als interner Assistent breit ausgerollt und durch Schulungen, ein internes „AI-Academy"-Programm und Change-Management flankiert.
So entstanden dezentral hunderte spezialisierter GPTs — laut OpenAI und Moderna rund 750 binnen weniger Monate. Beispiele: ein GPT zur Unterstützung bei der Dosisfindung in der Wirkstoffentwicklung, GPTs zur Prüfung juristischer und regulatorischer Texte sowie zur Aufbereitung medizinischer und klinischer Informationen.
Technik & Ansatz
Grundlage ist ChatGPT Enterprise mit den GPT-Baukästen, die No-Code-Anpassung erlauben. Governance, Datenschutz und Schulung liefen zentral, die konkreten Anwendungen entstanden in der Fläche. Moderna bündelte zudem Personal- und Digitalfunktionen organisatorisch enger, um Adoption nicht als IT-Projekt, sondern als Kultur- und Befähigungsthema zu treiben — ein bewusster Fokus auf Menschen statt nur Technik.
Ergebnisse
Das wichtigste Resultat ist weniger eine einzelne Effizienz-Kennzahl als die Breite der Adoption: In kurzer Zeit nutzten große Teile der Belegschaft selbstgebaute GPTs für reale Fachaufgaben statt nur generischer Chat-Anfragen.
Die rund 750 GPTs gelten als Indikator dafür, dass KI von der IT-Pilotphase tatsächlich in den Arbeitsalltag der Fachbereiche überging — genau der Schritt, an dem viele Unternehmen scheitern. Moderna berichtete von spürbaren Zeitgewinnen in wissensintensiven Tätigkeiten wie Recherche, Dokumentenprüfung und Datenanalyse.
Einordnung für Unternehmen
Moderna wird als Vorzeigefall für „bottom-up"-KI-Adoption zitiert: Statt wenige zentrale Anwendungen vorzugeben, skaliert der Nutzen, indem man tausende Mitarbeitende selbst bauen lässt — bei zentral gesetzten Leitplanken.
Übertragbar ist vor allem das Muster: Enablement + Governance + intensives Training schlagen reine Tool-Bereitstellung. Der Vorbehalt: In einer stark regulierten Branche wie Pharma sind Nachvollziehbarkeit, Validierung und Datenschutz besonders kritisch — selbstgebaute GPTs brauchen klare Grenzen, sobald es um regulierte Entscheidungen geht.
Quellen
- ↗OpenAI (Customer Story) · 2024
KI Cases fasst öffentlich berichtete Einsätze neutral zusammen und verlinkt die Originalquellen. Maßgeblich ist die jeweilige Quelle.
Jede Woche neue KI-Fallstudien
Wie Unternehmen KI wirklich einsetzen — kuratiert, mit Quelle, in deine Inbox.
Abonnieren