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Wie nutzt Netflix künstliche Intelligenz für Film und Serie?

Dokumentierter Fall: Netflix rekonstruiert Gene Wilders Stimme für Reality-Serie

Reifegrad: Im Einsatz

Im Register seit 02.07.2026. Wir verfolgen, was aus diesem KI-Einsatz wird.

Wie nutzt Netflix künstliche Intelligenz für Film und Serie?

Netflix arbeitet mit ElevenLabs zusammen, um die Stimme des 2016 verstorbenen Gene Wilder für die Reality-Wettbewerbsserie Wonka’s The Golden Ticket per KI zu rekonstruieren.

Content ProductionKI-Rekonstruktion der Stimme eines verstorbenen Schauspielers für eine Reality-TV-SerieElevenLabs (KI-Sprachsynthese)

Auf einen Blick

Unternehmen
Netflix
Land
USA
Funktion
Content Production
KI-Technik
ElevenLabs (KI-Sprachsynthese)
Ergebnis
12 Teilnehmende treten jeweils mit einer Begleitperson an.

Ausgangslage

Netflix entwickelt mit Wonka’s The Golden Ticket eine Reality-Wettbewerbsserie im Umfeld von Willy Wonka. Ausgangspunkt ist die Figur, die Gene Wilder in der Verfilmung Willy Wonka & the Chocolate Factory von 1971 verkörperte. Wilder starb 2016 im Alter von 83 Jahren.

Die Serie geht aus einer Zusammenarbeit mit der Roald Dahl Story Company hervor, die Netflix 2021 übernommen hat. Zudem wird die Produktion in Partnerschaft mit dem Gene-Wilder-Nachlass realisiert. Karen B. Wilder erklärte im Namen des Nachlasses, die Familie sei erfreut darüber, Wilders Darstellung einer neuen Generation nahebringen zu können.

Was das Unternehmen konkret macht

Netflix lässt Gene Wilders Stimme mittels KI für Wonka’s The Golden Ticket rekonstruieren. Der Streamingdienst arbeitet dafür nach den vorliegenden Angaben eng mit dem KI-Audio-Unternehmen ElevenLabs zusammen. Die Nutzung der Stimme erfolgt mit Zustimmung des Gene-Wilder-Nachlasses.

Die Reality-Serie zeigt zwölf Gewinnerinnen und Gewinner eines goldenen Tickets, die jeweils von einer Person ihrer Wahl begleitet werden. Sie betreten Wonkas Schokoladenfabrik und absolvieren Spiele, Tests und Versuchungen, die körperliche, mentale und moralische Fähigkeiten prüfen sollen. Eine Person gewinnt den Hauptpreis. Rusty Goffe, der im Film von 1971 einen Oompa Loompa spielte, übernimmt diese Rolle erneut.

Die neunteilige Serie wurde an der Gold Coast in Australien produziert. Ihre Premiere bei Netflix ist für den 23. September vorgesehen; das zweiteilige Finale soll am 30. September folgen.

Technik & Ansatz

ElevenLabs ist auf KI-generierte, menschenähnliche Sprache und Voice-Cloning-Technologie spezialisiert. Netflix setzt dessen Technologie ein, um Wilders Stimme für die Serie nachzubilden. Die Quellen benennen weder die verwendeten Trainingsmaterialien noch Details zum konkreten Produktionsablauf, zum Umfang der Sprachanteile oder zu Kontrollschritten bei der Nutzung.

Der Einsatz steht in einem breiteren Kontext generativer KI in der Produktion bei Netflix. Laut Unternehmensangaben kamen generative KI-Workflows in nahezu 300 Netflix-Titeln in unterschiedlichen Produktionsphasen zum Einsatz; der größte Anteil entfiel auf die Postproduktion. Netflix nannte unter anderem die Aufwertung von Menschenmengen, etablierende Aufnahmen für das Worldbuilding und historische Schlachtszenen als Anwendungsfelder. Die Stimmrekonstruktion für Wonka’s The Golden Ticket ist davon abzugrenzen: Sie betrifft die Nachbildung der Stimme eines verstorbenen Schauspielers für eine konkrete Reality-Produktion.

Ergebnisse

Als unmittelbar belegtes Ergebnis liegt die angekündigte Integration der rekonstruierten Stimme in Wonka’s The Golden Ticket vor. Netflix hat die Zusammenarbeit mit ElevenLabs sowie die Zustimmung des Gene-Wilder-Nachlasses öffentlich gemacht. Angaben zur Qualität der erzeugten Stimme, zur Zuschauerresonanz oder zu wirtschaftlichen Effekten dieser einzelnen Anwendung enthalten die Quellen nicht.

Für andere Netflix-Produktionen berichtete das Unternehmen über beschleunigte und kostengünstigere KI-gestützte Produktionsabläufe. Diese Angaben beziehen sich jedoch nicht auf die Stimmrekonstruktion von Gene Wilder und erlauben keine quantitative Aussage zu deren Kosten, Geschwindigkeit oder Wirkung.

Einordnung

Der Fall verbindet Voice-Cloning mit der Nutzung einer bekannten Filmrolle in einem neuen, nicht fiktionalen Format. Die Rechte- und Einwilligungsfrage ist dabei zentral: Netflix arbeitet nach den vorliegenden Angaben mit dem Gene-Wilder-Nachlass zusammen und hat dessen Zustimmung erhalten. Eine persönliche Zustimmung Wilders ist nicht möglich, da er 2016 starb.

Die Ankündigung wurde als potenziell kontrovers beschrieben, vor dem Hintergrund allgemeiner Debatten über KI in der Film- und Fernsehproduktion. Netflix betont zugleich in seinen allgemeinen Aussagen zu generativer KI, dass Filmschaffende nicht durch KI ersetzt würden und die Werkzeuge Kreativen bei der Umsetzung ihrer Vorhaben helfen sollen. Für den hier beschriebenen Einsatz bleiben die veröffentlichten Informationen auf die Stimmrekonstruktion, die beteiligten Partner und die Serienankündigung beschränkt.


Quellen

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