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Studio S

Broadcasting / Entertainment · South Korea

Unabhängig belegt

Studio S setzt KI in K-Drama-Produktionen ein und senkt Kosten um über 60 Prozent

Reifegrad: Im Einsatz

Im Register seit 12.07.2026. Wir verfolgen, was aus diesem KI-Einsatz wird.

Wie nutzt Studio S KI?

Studio S, die Dramaproduktions-Tochter des südkoreanischen Senders SBS, integriert KI-generierte Szenen in laufende Serienproduktionen, um Produktionskosten zu senken und visuell schwer realisierbare Szenen umzusetzen.

Content ProductionKI-Einsatz in DramaproduktioenAICRON

Auf einen Blick

Unternehmen
Studio S
Land
South Korea
Funktion
Content Production
KI-Technik
AICRON
Ergebnis
Über 60 % Kosteneinsparung beim Einsatz von KI für eine längere generierte Szene in „Manager Kim" (Agent Kim Reactivated)

Ausgangslage

SBS und seine Dramaproduktions-Tochter Studio S stehen unter dem Druck, Produktionskosten zu kontrollieren und gleichzeitig visuell anspruchsvolle Inhalte zu liefern. Hong Seong-chang, Leiter von Studio S, beschrieb auf einer Medienveranstaltung in Seoul, wie KI in diesen Kontext eingeführt wurde: Zunächst gab es unter Produzenten erhebliche Vorbehalte. „Unsere Produzenten waren anfänglich gegenüber KI resistant", sagte Hong. Erst nachdem er selbst in der Technologie geschult wurde, setzte er sie im Team durch. Sein Fazit: „Jetzt hat sich das Paradigma vollständig verschoben."

Was das Unternehmen konkret macht

Studio S setzt KI-generierte Szenen in mehreren laufenden Serienproduktionen ein. Konkret benannt wurden zwei Produktionen:

In der Serie „Agent Kim Reactivated" (koreanischer Originaltitel: Manager Kim) wurde eine rund dreiminütige Sequenz vollständig per KI produziert. Die Szene zeigt die Vergangenheit der Hauptfigur Manager Kim, gespielt von So Ji-sub, bei einer Spezialmission in Nordkorea. Sie umfasst Gebäudeexplosionen und Hochgeschwindigkeits-Autoverfolgungsjagden und war auf die ersten beiden Episoden verteilt. Laut dem Produktionsbericht ist dies ein seltenes Beispiel einer koreanischen Drama-Produktion, die eine einzelne, derart ausgedehnte narrative Sequenz vollständig mit KI realisiert.

In der Serie „Taxi Driver 3" (2025 bis 26) wurde KI punktuell und szenenweise eingesetzt, für Aufnahmen wie Meereswellen, Hundekämpfe und eine Autoexplosion.

Regisseur Lee Seung-young von „Manager Kim" beschrieb den Ansatz als bewusst selektiv: Sein Team nutzte KI „sehr gezielt" dort, wo die Schwächen des Werkzeugs bei feinen Details nicht auffallen würden.

Technik & Ansatz

Die Sequenz in „Agent Kim Reactivated" wurde mit AICRON erstellt, einer KI-Plattform, die von koreanischen VFX-Spezialisten entwickelt wurde. Laut Produktionsberichten wurde die gesamte Sequenz ausschließlich mit koreanisch entwickelter Technologie produziert.

Regisseur Lee beschrieb auch die praktischen Grenzen der Technologie offen: „Es ist schwer, mit KI zu kommunizieren. Wenn man mit KI bearbeitet, verändert das Werkzeug, was man verlangt, aber auch andere Teile." Er wies zudem darauf hin, dass KI Schwierigkeiten habe, die gelebte Textur eines echten Sets einzufangen, „den Schweiß, den Staub und die physische Präsenz der Schauspieler vor Ort."

Studio-S-Chef Hong betonte, dass alle KI-generierten Szenen nach vollständiger Rücksprache mit dem Produktionspersonal und den Kreativen entstanden seien. Zudem werden Zuschauer vor jeder Episode durch eine Einblendung auf den KI-Einsatz hingewiesen.

Ergebnisse

Hong Seong-chang nannte als konkretes Ergebnis, dass der Einsatz von KI in „Manager Kim" die Produktionskosten für die betreffende Szene um mehr als 60 Prozent senkte. Darüber hinaus ermögliche KI die Umsetzung von Szenen, auf die man sonst hätte verzichten müssen: „KI erlaubt es uns, auf Szenen nicht zu verzichten, die wir sonst nicht hätten realisieren können."

Einordnung

Studio S positioniert den KI-Einsatz explizit nicht als Ersatz für menschliche Kreativarbeit. Hong formulierte: „KI nimmt Schöpfern ihre Rechte nicht weg. Sie kann vielmehr ein starkes Unterstützungswerkzeug für die Schöpfung werden und dabei helfen, technologische Innovation voranzutreiben." Gleichzeitig dokumentiert die Produktion offen die Grenzen der Technologie und kommuniziert den Einsatz transparent gegenüber dem Publikum. Der Fall zeigt, wie ein etablierter koreanischer Senderbetrieb KI nicht flächendeckend, sondern szenenbezogen und in enger Abstimmung mit Kreativteams in die laufende Serienproduktion integriert.


Quellen

Unabhängig belegt

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