NUS Business School
Hochschulbildung · Singapur
KI-simulierte Führungskräfteinterviews in der Managementausbildung
Im Register seit 09.10.2026. Wir verfolgen, was aus diesem KI-Einsatz wird.
Wie nutzt NUS Business School KI?
NUS Business School lässt MBA- und Executive-MBA-Studierende KI-simulierte Führungskräfte zu einem Unternehmensfall interviewen und gibt ihnen Feedback zu ihren Fragen.
Auf einen Blick
- Unternehmen
- NUS Business School
- Branche
- Hochschulbildung
- Land
- Singapur
- Funktion
- Management- und Executive-Ausbildung
- KI-Technik
- ScholAIstic (generative KI)
- Ergebnis
- Nahezu 100 MBA- und Executive-MBA-Studierende in Singapur und Jakarta nutzten das Werkzeug bislang.
Ausgangslage
Fallbasiertes Lernen versetzt Studierende seit mehr als einem Jahrhundert in die Rolle von Unternehmensverantwortlichen: Sie erhalten Informationen zu einem Problem und erarbeiten eine Lösung. NUS Business School erprobt seit Januar 2026 ein anderes Format für diese Arbeit mit Fällen. Ausgangspunkt ist die Frage, wie Führungskräfte bessere Fragen stellen können, wenn KI zunehmend Antworten bereitstellt.
Im Pilot erhalten Studierende eine KI-simulierte Problemsituation. Sie müssen selbst bestimmen, welche Informationen sie benötigen, wen sie befragen, wie sie die erhaltenen Antworten bewerten und welche Empfehlung sie unter Unsicherheit abgeben. Damit unterscheidet sich das Format von einem Fall mit weitgehend vorgegebenem Informationsstand.
Was das Unternehmen konkret macht
NUS Business School setzt die Simulation mit MBA- und Executive-MBA-Studierenden in Singapur und Jakarta ein. Bislang nutzten das Werkzeug nahezu 100 Studierende; viele von ihnen sind leitende Führungskräfte.
Die Teilnehmenden führen Interviews mit simulierten Mitgliedern der Unternehmensleitung. Dazu gehören ein Chief Executive Officer, ein Chief Financial Officer sowie ein Chief Product and Technology Officer. Die Rollen vertreten unterschiedliche Perspektiven auf dieselbe Geschäftssituation. Die Studierenden führen die Gespräche, ordnen die Aussagen ein und ziehen eigene Schlussfolgerungen.
Nach jedem Interview erhalten sie personalisiertes Feedback zu ihrer Fragestellung. Dieses Feedback dient dazu, das eigene Vorgehen zu reflektieren und für weitere Interviews anzupassen. Die Übung verlangt ausdrücklich, Informationen nicht als vollständig vorauszusetzen, Aussagen zu hinterfragen und auf dieser Grundlage ein Urteil zu bilden.
Technik & Ansatz
Die Simulation basiert auf ScholAIstic, einer generativen KI-Plattform des NUS AI Centre for Educational Technologies, kurz AICET. Die Plattform ist für Rollen- und simulationsbasiertes Lernen entwickelt worden.
Dr. Emir Hrnjić, Senior Lecturer in Finance an der NUS Business School, arbeitet mit AICET daran, die Funktionen für die Managementausbildung anzupassen und weiterzuentwickeln. Dazu entwickelt das Team Führungskräfte-Personas rund um den jeweiligen Unternehmensfall.
Der Ansatz verlagert einen Teil der Fallarbeit auf die Informationsbeschaffung durch die Lernenden. Sie arbeiten nicht lediglich eine vorbereitete Fragenliste ab, sondern entscheiden im Gespräch, welche Nachfragen erforderlich sind. NUS Business School beschreibt als Ziel einen dynamischen Informationsraum, in dem die Lernenden auf neu auftauchende Hinweise reagieren, Annahmen prüfen und ihr Urteil während der Bearbeitung weiterentwickeln.
Ergebnisse
Eine Auswertung von Interviewtranskripten ergab nach Angaben der NUS Business School Unterschiede zwischen stärkeren und schwächeren Gesprächen. Stärkere Interviews enthielten gezieltere Fragen, Nachfragen und Anpassungen, wenn neue Informationen aufkamen. Entscheidend war demnach nicht die Anzahl der Fragen, sondern deren Zielgenauigkeit und die Reaktion auf Antworten.
Die vorliegenden Ergebnisse stammen aus dem laufenden Pilot. Die Quelle nennt keine Vergleichsgruppe, keine quantifizierten Lernfortschritte und keine Angaben zu langfristigen Effekten. Belegt ist der Einsatz bei nahezu 100 MBA- und Executive-MBA-Studierenden in Singapur und Jakarta.
Einordnung
NUS Business School nutzt generative KI in diesem Fall nicht primär zur Suche nach Informationen oder zur Erstellung von Antworten. Die KI stellt Gesprächspartner in einer simulierten Unternehmenssituation dar und gibt Feedback auf die Fragen der Teilnehmenden. Das Format richtet sich auf die Bewertung von Informationen, den Umgang mit unterschiedlichen Perspektiven und Entscheidungen unter Unsicherheit.
Die Schule sieht Einsatzmöglichkeiten für vergleichbare Simulationen in weiteren Bereichen der Wirtschaftsausbildung, in denen Studierende Stakeholder befragen, gegensätzliche Interessen verhandeln und unter Unsicherheit entscheiden müssen. Diese Anwendung ist Teil eines breiteren Ansatzes der Schule, KI in die Lehre zu integrieren und dabei Denken, Interaktion und Urteilsvermögen der Lernenden zu unterstützen.
Quellen
Unabhängig belegtVon einer unabhängigen Quelle (Redaktion/Dritter) berichtet, nicht nur vom Unternehmen oder KI-Anbieter.
- ↗Asia’s No. 1 business school uses AI to sharpen judgement in leaders - Macau Business
- ↗NUS Business School expands artificial intelligence executive programs - Vietnam Investment Review - VIR
- ↗Asia’s No. 1 business school uses AI to sharpen judgement in leaders #NUSBusinessSchool - Media OutReach Newswire
- ↗Supercharging education: Building AI tools to support teaching and learning at NUS - NUS - National University of Singapore
KI Cases fasst öffentlich berichtete Einsätze neutral zusammen und verlinkt die Originalquellen. Maßgeblich ist die jeweilige Quelle.
Weitere Fälle
Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW)
Hochschule/Forschung
KI-gestützte Identifizierung aus synthetischen GPS-Daten
Die Fachhochschule Nordwestschweiz untersuchte mit dem KI-Modell Claude die automatisierte Identifizierung von Testpersonen anhand simulierter GPS-Bewegungsdaten.
Forschung und Datenanalyse · Claude (Anthropic)
Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU)
Fertigungsforschung
Fraunhofer IWU: Orcha-3 plant und steuert Produktionsketten
Das Fraunhofer IWU nutzt Orcha-3, um komplexe Produktionsprozessketten per Sprachmodell zu planen und lokal durch Agenten auszuführen.
Produktionsforschung und Prozesssteuerung · Agentic AI mit Sprachmodell und lokalen Agenten (Orcha-3)
Huynh Thuc Khang Sekundarschule
Bildung
KI für Unterrichtsplanung und Wissenslücken
Die Huynh Thuc Khang Sekundarschule nutzt KI für Unterrichtspläne, Szenarien, Lernspiele, anregende Fragen und die Analyse individueller Wissenslücken.
Unterricht und schulische Lehrprozesse · Künstliche Intelligenz (konkretes Tool nicht benannt)
Jede Woche neue KI-Fallstudien
Wie Unternehmen KI wirklich einsetzen: kuratiert, mit Quelle. Der Newsletter startet bald, trag dich ein und sei von Anfang an dabei.
Abonnieren