Pfizer

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Pharmaceuticals · USA

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Pfizer setzt KI zur CEO-Entscheidungsfindung und in der Wirkstoffforschung ein

Wie nutzt Pfizer KI?

Pfizer-CEO Albert Bourla nutzt KI als zusätzliche Perspektive bei strategischen Einzelentscheidungen; gleichzeitig hat Pfizer eine Lizenzvereinbarung mit dem KI-Startup Chai Discovery geschlossen, das sein generatives Antibody-Design-Modell Chai-3 direkt in Pfizerfs Forschungsabläufe integriert.

Executive Decision-MakingKI-gestützte Entscheidungsfindung auf CEO-Ebene

Auf einen Blick

Unternehmen
Pfizer
Branche
Pharmaceuticals
Land
USA
Funktion
Executive Decision-Making
Ergebnis
Chai-3 verdoppelt die Erfolgsrate gegenüber dem Vorgängermodell; Chai-2 verkürzte Entdeckungszyklen von mehreren Monaten auf wenige Wochen

Ausgangslage

Pharmazeutische Unternehmen sehen sich in zwei voneinander getrennten Bereichen mit wachsendem Einsatzdruck für KI konfrontiert: in der strategischen Unternehmensführung und in der frühen Wirkstoffforschung. Beide Bereiche sind mit erheblichen Zeit- und Kapitalkosten verbunden. Die Entwicklung eines einzelnen Medikaments kostet nach Branchenangaben typischerweise mehr als eine Milliarde US-Dollar und dauert über zehn Jahre. Auf Führungsebene müssen CEOs täglich Entscheidungen treffen, die weitreichende Konsequenzen haben.

Was das Unternehmen konkret macht

**CEO-Ebene:** In einem CNN-Interview der Reihe „The 1 on 1" erläuterte Pfizer-CEO Albert Bourla gegenüber Accenture-CEO Julie Sweet, wie er KI in seinen Entscheidungsprozess einbindet. Bourla beschreibt seine Herangehensweise so: „Ein CEO muss jeden Tag eine oder zwei Entscheidungen treffen, aber sie sind sehr folgenreich." Wenn er bei einer wichtigen Entscheidung noch keine vollständige Sicherheit hat, holt er traditionell Rat bei ausgewählten Vertrauenspersonen ein – je nach Thema unterschiedliche Personen. Dieses Vorgehen hat er beibehalten, aber ergänzt: „Ich habe damit begonnen, KI hinzuzufügen." Nach eigener Aussage hilft ihm KI dabei, seine eigenen Ansichten zu hinterfragen und Details zu beleuchten, die sein Denkprozess übersehen hat. KI ist dabei eine von mehreren Perspektiven, kein alleiniges Entscheidungsinstrument.

**Wirkstoffforschung:** Pfizer hat eine Lizenzvereinbarung mit dem KI-Startup Chai Discovery geschlossen. Laut der Vereinbarung erhält Pfizer frühzeitigen Zugang zum neu vorgestellten Chai-3-Modell sowie ein dediziertes Modell, das auf Pfizerfs eigenen proprietären Daten und Arbeitsabläufen trainiert wurde. Chai Discovery co-founder Joshua Meier beschreibt das Ziel: „Indem wir Chais frontier KI-Plattform mit Pfizerfs wissenschaftlicher Tiefe, Daten und Entdeckungsfähigkeiten kombinieren, sehen wir eine Möglichkeit, das in der Biologics-Entdeckung Mögliche zu erweitern und zu beschleunigen – und Pfizer dabei zu helfen, Targets zu verfolgen, die traditionelle Methoden nur schwer erreichen konnten."

Technik & Ansatz

Chai Discoverys Plattform ist als generative KI konzipiert: Die Modelle sagen Interaktionen zwischen Molekülen voraus und ermöglichen es, Biomoleküle mit spezifischen funktionalen Eigenschaften von Grund auf neu zu entwerfen. Ziel ist es, die frühen, besonders zeitaufwändigen Phasen der Wirkstoffforschung zu komprimieren.

Das Chai-3-Modell baut auf dem Vorgängermodell Chai-2 auf. Chai-2 war nach Unternehmensangaben die erste Zero-Shot-Antibody-Design-Plattform, die zweistellige experimentelle Trefferquoten erreichte, mit einer Antibody-Design-Trefferquote von nahezu 20 %. Zudem ermöglichte Chai-2 die Gestaltung von Molekülen mit arzneimittelähnlichen Eigenschaften – beschrieben als 100-fache Verbesserung gegenüber früheren Rechenansätzen – und verkürzte Entdeckungsprozesse, die zuvor mehrere Monate in Anspruch nahmen, auf wenige Wochen.

Chai-3 repräsentiert den nächsten Schritt im KI-gestützten Antikörperdesign: Das Modell verdoppelt nach Unternehmensangaben die Erfolgsrate gegenüber Chai-2, erzeugt therapeutisch verwertbare Antikörper und verbessert die Leistung bei schwer zugänglichen Molekülen sowie bei der Entwicklung multi-spezifischer Moleküle.

Im Rahmen der Lizenzvereinbarung wird Chai eine Plattforminstanz speziell für Pfizer aufbauen, die auf dessen eigenen Datensätzen trainiert ist – eine tiefere operative Integration als die bloße Nutzung eines externen KI-Dienstes.

Ergebnisse

Quantifizierbare Ergebnisse des Pfizer-spezifischen Einsatzes liegen noch nicht vor; die Partnerschaft ist neu. Für Bourlas CEO-Nutzung wurden keine messbaren Effekte publiziert. Auf Modellebene berichtet Chai Discovery: Chai-3 verdoppelt die Erfolgsrate im Vergleich zu Chai-2; Chai-2 komprimierte Entdeckungszyklen von mehreren Monaten auf wenige Wochen und erreichte eine Antibody-Design-Trefferquote nahe 20 %.

Einordnung

Pfizerfs KI-Einsatz verläuft auf zwei strukturell verschiedenen Ebenen. Die CEO-Nutzung ist individuell und informell: KI wird als eine von mehreren Meinungsquellen in einen bestehenden Beratungsprozess eingebettet, ohne diesen zu ersetzen. Dass dieses Vorgehen nicht singulär ist, zeigt eine Erhebung des IBM Institute for Business Value: 64 % der befragten CEOs gaben an, KI-generierte Inputs für strategische Entscheidungen zu nutzen.

Die Lizenzpartnerschaft mit Chai Discovery hingegen ist ein formell vereinbarter, operativer Einsatz in der Kernwertschöpfung – der Wirkstoffforschung. Pfizer wird eines der ersten Pharmaunternehmen sein, das Chai-3 einsetzt, und erhält zusätzlich ein auf eigene Daten zugeschnittenes Modell. Finanzielle Details der Vereinbarung wurden nicht offengelegt.


Quellen

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