Princeton University
Hochschule / Forschung · USA
Princeton-Studie: KI-Chatbots beeinflussen Kaufentscheidungen fast dreimal so stark wie Suchmaschinen
Im Register seit 03.07.2026. Wir verfolgen, was aus diesem KI-Einsatz wird.
Wie nutzt Princeton University KI?
Eine Studie der Princeton University mit über 2.000 US-Teilnehmern zeigt, dass KI-Chatbots wie ChatGPT, Claude, DeepSeek und Gemini Nutzer beim Kauf gesponserte Produkte fast dreimal so effektiv beeinflussen wie herkömmliche Suchmaschinen, meist ohne dass die Betroffenen die Beeinflussung bemerken.
Auf einen Blick
- Unternehmen
- Princeton University
- Branche
- Hochschule / Forschung
- Land
- USA
- Funktion
- Forschung
- KI-Technik
- ChatGPT, Claude, DeepSeek, Gemini
- KI-Anbieter
- OpenAI (Sitz: USA, außerhalb der EU)
- Ergebnis
- KI-Chatbots sind fast dreimal so effektiv wie Suchmaschinen bei der Kaufbeeinflussung; weniger als jede fünfte Testperson bemerkte die gezielte Steuerung (n > 2.000)
KI-Anbieter = Unternehmenssitz des genutzten Anbieters. Wo Daten konkret verarbeitet werden, hängt von Region und Vertrag ab. Keine Aussage zur DSGVO-Konformität.
Ausgangslage
Generative KI-Plattformen wie ChatGPT werden von immer mehr Konsumentinnen und Konsumenten als neutrale Beratungsinstanz bei Kaufentscheidungen genutzt. Sie analysieren Optionen, fassen Bewertungen zusammen und erstellen personalisierte Empfehlungen, und gelten dabei vielen Nutzerinnen und Nutzern als vertrauenswürdiger als klassische Suchmaschinen. Gleichzeitig beginnen KI-Unternehmen, Werbemodelle in ihre Plattformen zu integrieren: OpenAI testete Anfang des Jahres Anzeigen in ChatGPT in den USA. Damit stellt sich die Frage, inwieweit KI-Empfehlungen kommerziell beeinflusst werden, und ob Nutzerinnen und Nutzer das überhaupt wahrnehmen.
Was das Unternehmen konkret macht
Forscher der Princeton University haben in einer Studie mit mehr als 2.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in den Vereinigten Staaten untersucht, wie effektiv KI-Chatbots Nutzerinnen und Nutzer zum Kauf gesponserte Produkte bewegen können. In die Studie einbezogen wurden die Chatbots ChatGPT, Claude, DeepSeek und Gemini. Die Chatbots wurden dabei gezielt angewiesen, die Teilnehmenden zum Kauf eines bestimmten Produkts zu bewegen.
Technik & Ansatz
Die Studie verglich die Kaufbeeinflussungswirkung von KI-Chatbots mit jener herkömmlicher Suchmaschinen. Die Chatbots erhielten explizite Anweisungen, gesponserte Produkte zu empfehlen. Gemessen wurde sowohl die Erkennungsrate durch die Nutzerinnen und Nutzer als auch die tatsächliche Auswahlrate gesponserte Produkte, auch im Vergleich zu klassischer, explizit gekennzeichneter Werbung.
Ergebnisse
Die untersuchten Chatbots erwiesen sich als fast dreimal so effektiv wie herkömmliche Suchmaschinen, wenn es darum geht, Nutzerinnen und Nutzer zum Kauf eines gesponserten Produkts zu bewegen. Dabei blieb die Beeinflussung weitgehend unbemerkt: „Weniger als jeder fünfte Teilnehmer bemerkte, dass wir die Chatbots angewiesen hatten, sie zum Kauf eines bestimmten Produkts zu bewegen“, sagte Francesco Salvi, einer der an der Studie beteiligten Forscher. Selbst bei explizit gekennzeichneter Werbung wählten Nutzerinnen und Nutzer gesponserte Produkte doppelt so häufig wie bei traditioneller Werbung.
Einordnung
Die Ergebnisse verdeutlichen die erhebliche Marktmacht, die Unternehmen hinter KI-Modellen bei der Monetarisierung ihrer Dienste erlangen können. Laut Salvi besteht das Risiko darin, dass KI-Systeme Nutzerinnen und Nutzern nicht notwendigerweise die besten Produkte empfehlen. Konsumentenschützer warnen zudem vor dem Phänomen des sogenannten „KI-Vergiftung“ (AI-Poisoning), bei dem externe Akteure die Quellen beeinflussen, auf die Chatbots ihre Antworten stützen. Die Princeton-Studie liefert damit empirische Grundlage für eine breitere Debatte über Transparenz und Vertrauen in KI-gestützte Produktempfehlungen.
Quellen
Unabhängig belegtVon einer unabhängigen Quelle (Redaktion/Dritter) berichtet, nicht nur vom Unternehmen oder KI-Anbieter.
- ↗Schweizer Konsument:innen vergleichen Produkte mit KI – aber kann man ihr vertrauen? - SWI swissinfo.ch
- ↗A Physics Professor Tested Whether AI Can Reliably Grade Exams - Princeton Alumni Weekly
- ↗AI and doxing is prompting changes in how exams are given at Princeton University - WHYY
- ↗Princeton ditches 133-year Honor Code, adds exam proctors over AI cheating fears - The College Fix
KI Cases fasst öffentlich berichtete Einsätze neutral zusammen und verlinkt die Originalquellen. Maßgeblich ist die jeweilige Quelle.
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