Siemens AG
Industrieautomation und Elektrotechnik · Deutschland
KI-gestützte Inspektion und Produktionsplanung bei Siemens in Erlangen
Im Register seit 22.10.2026. Wir verfolgen, was aus diesem KI-Einsatz wird.
Wie nutzt Siemens AG KI?
Siemens nutzt im Elektronikwerk Erlangen KI, um Qualitätsinspektionen vor physischen Prototypen vorzubereiten und Produktionsszenarien mit einem digitalen Zwilling zu prüfen.
Auf einen Blick
- Unternehmen
- Siemens AG
- Land
- Deutschland
- Funktion
- Fertigung, Produktion, Logistik, Qualitätsprüfung und Instandhaltung
- KI-Technik
- KI-Algorithmen, digitale Zwillinge und Simulation
- Ergebnis
- Bis zu 85 % weniger Engineering-Aufwand bei der virtuellen Produktionsvorbereitung von Leiterplattenbestückungen.
Ausgangslage
Das Siemens-Elektronikwerk Erlangen produziert Leistungselektronik und Automatisierungstechnik für Industrie und Infrastruktur, darunter für Werkzeugmaschinen, Batterieproduktion sowie Prozess- und diskrete Fertigung. Der 1971 gegründete Standort beschäftigt rund 1.000 Menschen. Seit mehr als einem Jahrzehnt werden dort digitale Fertigungstechnologien im laufenden Betrieb getestet, entwickelt und eingesetzt.
Siemens bezeichnet Erlangen als Testumgebung für industrielle KI und als Vorlage für eine Skalierung in weiteren Industrien. Nach Angaben des Unternehmens sind am Standort mehr als 100 KI-Algorithmen in Produktion, Logistik, Qualitätsinspektion und Instandhaltung aktiv im Einsatz. Siemens nennt für das Werk eine jährliche Produktivitätssteigerung von sieben Prozent.
Was das Unternehmen konkret macht
Siemens setzt im Werk Erlangen KI in zwei beschriebenen Abläufen ein: bei der Vorbereitung der Qualitätsinspektion neuer Leiterplattenbestückungen und in der Produktionsplanung. Leiterplattenbestückungen bilden den Kern der in Erlangen gefertigten Antriebe und Frequenzumrichter.
Für die Inspektion erstellt KI aus digitalen Zwillingen fotorealistische Darstellungen von Leiterplattenbestückungen. Diese Daten dienen dazu, Bildverarbeitungssysteme zu trainieren, bevor physische Prototypen vorliegen. Zuvor dauerte die Vorbereitung der Qualitätsinspektion mehrere Wochen, weil Teams auf Prototypen warten sowie Inspektionsausrüstung manuell konfigurieren mussten.
In der Produktionsplanung unterstützt ein KI-Agent die Planer. Bei eingehenden Aufträgen erzeugt er automatisch verschiedene Produktionsszenarien und zeigt die Auswirkungen jeder Option anhand definierter Kennzahlen. Die Vorschläge werden vor der Umsetzung mit einem digitalen Zwilling der gesamten Produktionsanlage validiert. Berücksichtigt werden dabei Kapazitäten, Materialverfügbarkeit, Liefertermine und Produktionslinien.
Technik & Ansatz
Die Anwendungen wurden gemeinsam von Siemens und NVIDIA entwickelt. Siemens verbindet dabei industrielle Software, Automatisierungs- und Fertigungsexpertise mit KI-, Simulations- und beschleunigten Rechentechnologien von NVIDIA. Die ersten neuen KI-Angebote entstanden laut Quelle in weniger als zehn Monaten und wurden unmittelbar in einer Produktionsumgebung getestet.
Für die Qualitätsinspektion erzeugen NVIDIA-Cosmos-World-Models die Trainingsdaten. Für die Produktionsplanung kommt der NVIDIA Factory Operations Blueprint zum Einsatz, der KI-Agenten für Produktionspläne unterstützt. NVIDIA-Omniverse-Bibliotheken ermöglichen es, diese Pläne mit realen Fabrikdaten virtuell zu erproben. Der digitale Zwilling dient damit sowohl als Datenbasis für die Inspektionsvorbereitung als auch zur Prüfung von Planungsoptionen vor Änderungen im realen Betrieb.
Ergebnisse
Für die virtuelle Produktionsvorbereitung neuer Leiterplattenbestückungen nennt Siemens ein Potenzial, den Engineering-Aufwand um bis zu 85 Prozent zu reduzieren und die Zeit bis zur Markteinführung um bis zu 40 Prozent zu verkürzen.
Für die durchgängig agentenbasierte Produktionsplanung nennt Siemens ein Potenzial für Kosteneinsparungen von bis zu 20 Prozent. Zudem soll der Ablauf eine flexiblere Reaktion auf neue Aufträge, Materialengpässe und veränderte Kundenanforderungen ermöglichen. Die genannten Werte sind Potenzialangaben; die Quelle weist keine gemessenen Einsparungen aus dem laufenden Betrieb aus.
Einordnung
Der Einsatz in Erlangen verbindet bestehende KI-Anwendungen im Werk mit neuen Anwendungen für Inspektion und Produktionsplanung. Während die KI-gestützte Erstellung von Trainingsdaten die Wartezeit auf physische Prototypen adressiert, verlagert die Produktionsplanung die Bewertung von Szenarien und ihre Validierung in eine digitale Umgebung. Siemens plant laut Quelle weitere Anwendungen in den kommenden Monaten. Für die Transformation des Standorts bis 2030 sind Investitionen von 500 Millionen Euro vorgesehen.
Quellen
Unabhängig belegtVon einer unabhängigen Quelle (Redaktion/Dritter) berichtet, nicht nur vom Unternehmen oder KI-Anbieter.
- ↗Mega-KI-Deal: Wie abhängig macht sich Deutschland von Nvidia? - BASIC thinking
- ↗Siemens partners with NVIDIA to advance AI-driven, autonomous factories - Siemens press
- ↗Key facts: Siemens AG (SIE) deploys NVIDIA AI twins; buys 360k shares - TradingView
- ↗Siemens and Nvidia: AI Makes Factories More Flexible - All-About-Industries
KI Cases fasst öffentlich berichtete Einsätze neutral zusammen und verlinkt die Originalquellen. Maßgeblich ist die jeweilige Quelle.
Weitere Fälle
Electricity Company of Ghana (ECG)
Energieversorgung
ECG nutzt KI zur Erkennung mutmaßlichen Stromdiebstahls
ECG arbeitete mit Hubtel daran, mithilfe von KI Kunden mit mutmaßlichem Stromdiebstahl zu identifizieren.
Netzbetrieb und Betrugsprävention · KI-Modelle von Hubtel
Toyota Motor Europe
Automobilindustrie
Toyota Motor Europe: Data Mesh für Datenprodukte und KI
Toyota Motor Europe betreibt Snowflake als Kern eines Data Mesh und stellt 100 Datenprodukte für Reporting, Analysen und KI bereit.
Datenmanagement / Produktion · Snowflake, Apache Iceberg
Niederländisches Verteidigungsministerium
Verteidigung
KI-gestützte Drohnenabwehr für die niederländische Luftverteidigung
Das niederländische Verteidigungsministerium modernisiert seine Luftverteidigung mit Intelics KI-gestützter Erkennung und Abwehr feindlicher Drohnen.
Luftverteidigung · KI-gestützte Radarzielerkennung und Zielverifizierung; automatisierte UAV-Abfangsteuerung
Jede Woche neue KI-Fallstudien
Wie Unternehmen KI wirklich einsetzen: kuratiert, mit Quelle. Der Newsletter startet bald, trag dich ein und sei von Anfang an dabei.
Abonnieren