Trumpf
Maschinenbau / Lasertechnik · Deutschland
Trumpf nutzt KI-gestützte Plattform zur Digitalisierung von Shopfloor-Prozessen
Im Register seit 30.07.2026. Wir verfolgen, was aus diesem KI-Einsatz wird.
Wie nutzt Trumpf KI?
Trumpf setzt die KI-gestützte B2B-SaaS-Plattform von Operations1 ein, um Produktionsprozesse wie Arbeitsanweisungen, Qualitätssicherung und Instandhaltung digital abzubilden, und integriert KI-basierte Bildauswertung in seine Laserschweißsysteme zur automatischen Nahtprüfung.
Auf einen Blick
- Unternehmen
- Trumpf
- Branche
- Maschinenbau / Lasertechnik
- Land
- Deutschland
- Funktion
- Produktion / Shopfloor
- KI-Technik
- KI-gestützte B2B-SaaS-Plattform (Operations1)
- Ergebnis
- Über 160 Industrieunternehmen nutzen die Operations1-Plattform, darunter Trumpf (laut Unternehmensangaben von Operations1)
Ausgangslage
In der produzierenden Industrie sind Arbeitsanweisungen, Qualitätssicherungsprozesse und Instandhaltungsaufgaben vielfach noch papierbasiert oder in voneinander getrennten Systemen abgebildet. Fachkräftemangel und steigende regulatorische Anforderungen erhöhen den Druck, diese Abläufe zu digitalisieren und Entscheidungen stärker datengestützt zu treffen. Trumpf agiert in diesem Kontext auf zwei Seiten: als Anwender digitaler Shopfloor-Software und als Entwickler eigener KI-gestützter Fertigungslösungen.
Was das Unternehmen konkret macht
Auf der Anwenderseite nutzt Trumpf die Plattform des Münchner Unternehmens Operations1. Diese KI-gestützte B2B-SaaS-Lösung digitalisiert Produktionsprozesse durchgängig, von Einsatzplanung und Wissensvermittlung über Prozessführung bis hin zu Dokumentation, Analyse und Incident Management. Operations1 verfolgt dabei ausdrücklich eine integrierte Plattformstrategie: Statt separate Anwendungen für Arbeitsanweisungen, Qualitätssicherung oder Instandhaltung bereitzustellen, werden sämtliche Prozesse in einer einzigen Lösung zusammengeführt. Trumpf zählt laut Unternehmensangaben von Operations1 zu den mehr als 160 Industrieunternehmen, die die Plattform einsetzen.
Auf der Herstellerseite präsentierte Trumpf auf der LASER World of Photonics 2025 in München ein Laserschweißsystem mit integrierter KI-Qualitätskontrolle. Das System kombiniert mehrere Sensoren zur Überwachung aller Prozessschritte beim Laserschweißen. Die Komponente „VisionLine Inspect" nimmt per Kamera Bilder der Schweißnähte auf; ein KI-Modul wertet diese automatisch auf Fehler aus. Produktmanager Martin Stambke beschrieb das Vorgehen: „Eine Kamera nimmt ein Bild der Schweißnaht auf und das System nutzt KI, um potenzielle Fehler zu erkennen. Durch die Kombination von KI-Vorverarbeitung und konventionellen Algorithmen schaffen wir Rückverfolgbarkeit und Transparenz."
Technik & Ansatz
Die Operations1-Plattform nutzt die im Produktionsalltag anfallenden Daten, um Mitarbeitende bei Entscheidungen und der Optimierung von Abläufen zu unterstützen. Mit dem Einstieg des Investors Fortino Capital soll die Weiterentwicklung der KI-Funktionen der Plattform beschleunigt werden.
Das Trumpf-Laserschweißsystem setzt zusätzlich auf optische Kohärenztomografie (OCT), die die Schweißtiefe des Lasers und den Abstand zwischen Laser und Bauteil überwacht. Die programmierbaren PFO-33-Fokussieroptiken passen die Fokusposition des Lasers selbstständig an. Stambke erläuterte den wirtschaftlichen Hintergrund des sogenannten 2,5D-Modus: „Weniger komplexe Steuerungen und Programmierungen sowie weniger bewegliche Achsen reduzieren Anschaffungs-, Betriebs- und Wartungskosten." Das System richtet sich auf Anwendungen, bei denen Präzisionsbauteile fehlerfrei sein müssen, etwa Batterien für Elektroautos oder Hairpins für Elektromotoren.
Stambke hob die Vollständigkeit des Angebots hervor: „Unsere Lösung ist einzigartig auf dem Markt. Wir bieten alle Komponenten wie Strahlquelle, Sensoren und Optiken aus einer Hand. Wir kümmern uns auch um Installation, Service und Programmierung des Systems, das auf den Nutzer zugeschnitten ist."
Ergebnisse
Konkrete Kennzahlen zur Wirkung der Operations1-Plattform bei Trumpf selbst liegen aus den vorliegenden Quellen nicht vor. Für das Laserschweißsystem nennt Trumpf als Ziel, „bereits ab dem ersten Bauteil bessere Schweißnahtqualität" zu erzielen, eine belastbare Messgröße aus dem Feldeinsatz ist den Quellen nicht zu entnehmen.
Einordnung
Trumpf verbindet in beiden beschriebenen Anwendungsfällen KI mit bestehenden Sensorik- und Softwaresystemen, anstatt KI als isolierte Lösung einzusetzen. Die Nutzung einer integrierten Drittanbieterplattform für Shopfloor-Prozesse und die Eigenentwicklung KI-gestützter Qualitätskontrolle in Fertigungssystemen stehen nebeneinander. Beide Ansätze folgen dem Muster, papierbasierte oder manuell überwachte Abläufe durch datengestützte, automatisierte Prozesse zu ersetzen.
Quellen
Unabhängig belegtVon einer unabhängigen Quelle (Redaktion/Dritter) berichtet, nicht nur vom Unternehmen oder KI-Anbieter.
- ↗Fortino Capital investiert in Operations1 - Startbase
- ↗Trumpf laser: Clean support slats, ensure quality - All-About-Industries
- ↗Michael Hurlston and TRUMPF to Receive 2026 Optica i4 Prize - Bioengineer.org
- ↗LASER 2025: Trumpf laser features AI to boost welding quality - Optics.org
KI Cases fasst öffentlich berichtete Einsätze neutral zusammen und verlinkt die Originalquellen. Maßgeblich ist die jeweilige Quelle.
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