AIDA Cruises

AIDA Cruises

Tourismus / Kreuzfahrt · Deutschland

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AIDA Cruises: Netzwerkmodernisierung mit digitalem Zwilling und Einstieg in prädiktive KI

Wie nutzt AIDA Cruises KI?

AIDA Cruises modernisiert die Netzwerkinfrastruktur seiner Flotte gemeinsam mit Cisco, setzt dabei auf einen digitalen Zwilling namens AIDAqube zum risikofreien Testen von Updates und plant den Einsatz von agentic AI sowie prädiktiver Analytik für Netzwerksicherheit und -stabilität.

Operations / SchiffsbetriebKI-Einsatz für Innovation, neue Antriebe und nachhaltige Schiffe

Auf einen Blick

Unternehmen
AIDA Cruises
Branche
Tourismus / Kreuzfahrt
Land
Deutschland
Funktion
Operations / Schiffsbetrieb
Ergebnis
Zero drops über 107 WLAN-Access-Points auf modernisierten Schiffen; Umrüstung je Schiff in 14 Tagen ohne Ausfall von Kreuzfahrtzeit

Ausgangslage

AIDA Cruises betreibt 11 Schiffe und ist nach eigenen Angaben ein führendes Unternehmen in der deutschen Tourismusbranche. Schiffe mit vollständiger IT-Infrastruktur auf hoher See zu betreiben stellt besondere Anforderungen an Netzwerk, Sicherheit und Konnektivität. Der CIO des Rostocker Unternehmens, Gordon Poppe, beschrieb den Handlungsbedarf so: „Wir brauchten eine neue Netzwerkarchitektur an Bord, um Dienste bereitzustellen und eine resiliente Infrastruktur aufzubauen."

Erschwerend kommt hinzu, dass Umbauten an Schiffen zeitlich stark begrenzt sind: Arbeiten an der Netzwerkinfrastruktur lassen sich nur während der planmäßigen Werftliegezeiten durchführen, die typischerweise 14 Tage dauern. Ein weiteres strukturelles Problem war die historisch gewachsene Abhängigkeit von zahlreichen verschiedenen Lieferanten für Hardware und Software.

Was das Unternehmen konkret macht

AIDA Cruises modernisiert in Zusammenarbeit mit Cisco Services die gesamte Netzwerkinfrastruktur seiner Flotte. Drei der elf Schiffe entsprechen bereits dem internen Standard „Network 2.0". Die Modernisierung umfasst die Migration von Legacy-Architekturen auf VXLAN sowie die Einführung von Open Roaming, das Gästen und Crew nahtlose Konnektivität ohne erneute Anmeldung an verschiedenen Zugangspunkten ermöglicht.

Diogo Almeida, Head of Network Infrastructure and Connectivity bei AIDA Cruises, erläuterte den praktischen Effekt: „Unsere Gäste verbinden sich jetzt sofort mit dem Netzwerk, während sie sich früher an der Rezeption angestellt haben, um sich ins WLAN einzuloggen."

Ein zentrales Element des Ansatzes ist AIDAqube – ein landbasierter digitaler Zwilling, der die gesamte Schiffsumgebung nachbildet. Dieser wurde gemeinsam mit Cisco Services entwickelt und erlaubt es, Netzwerkupdates, Patches und neue Konfigurationen in einer risikofreien Umgebung zu testen, bevor sie auf den tatsächlichen Schiffen ausgerollt werden. Almeida begründete den Bedarf: „Das Upgrade und das Patchen eines Netzwerkgeräts, einer Appliance oder Software ist immer mit Risiken verbunden – und dieses Risiko ist höher, wenn es remote durchgeführt wird."

Technik & Ansatz

Die technische Umsetzung umfasst unter anderem:

- **VXLAN-Migration** über gesamte Schiffe hinweg als Ablösung von Legacy-Architekturen - **Open Roaming** als Konnektivitätsstandard für Gäste und Crew - **AIDAqube**, ein digitaler Zwilling mit identischer Rechenzentrumsstruktur, identischen Netzwerkgeräten und identischer Software wie auf den realen Schiffen - Installation von insgesamt **20.000 WLAN-Einheiten** in Zusammenarbeit mit Cisco und Satelliten-Partnern

Für die Zukunft plant AIDA den Einsatz weiterer Cisco-Technologien, darunter agentic AI und prädiktive Fähigkeiten zur frühzeitigen Erkennung von Sicherheitsbedrohungen und Netzwerkausfällen. Konkret genannt werden: Cisco IQ (personalisiertes Infrastrukturmanagement), AI Pods (Edge Computing und prädiktive Einblicke), ThousandEyes (Netzwerktransparenz) sowie Smart Switching zur Automatisierung von Sicherheits- und Switching-Prozessen.

Ergebnisse

Auf den bereits modernisierten Schiffen bestätigten Tests „zero drops" über 107 WLAN-Access-Points – vom Maschinenraum bis zum 28. Stockwerk. Poppe fasste das Ergebnis zusammen: „Wir haben unser Netzwerkdesign erheblich vereinfacht und konnten dadurch schneller Mehrwert erzielen."

Die gesamte Netzwerkumrüstung je Schiff – einschließlich Migration der Kernarchitektur und Austausch aller Geräte – wurde innerhalb der 14-tägigen Werftfenster abgeschlossen, ohne dass Kreuzfahrtzeit verloren ging. Almeida bestätigte: „Wir haben keine einzige Minute Kreuzfahrtzeit verloren."

Einordnung

Der Fall AIDA Cruises illustriert, wie maritime IT-Modernisierung unter extremen Zeitrestriktionen realisiert werden kann. Die Einführung des digitalen Zwillings AIDAqube ist dabei kein Add-on, sondern ein strukturell notwendiges Element, um laufende Updates auf Schiffen ohne direkten physischen Zugang sicher durchführen zu können. Der geplante Einsatz von agentic AI und prädiktiver Analytik befindet sich zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch in der Planungsphase; konkrete Ergebnisse daraus liegen noch nicht vor.


Quellen

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