BHP

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Mining · Australia

Unabhängig belegt

BHP scannt 500.000 Moleküle per KI für effizienteres Kupfer-Leaching

Reifegrad: Pilot / Test

Im Register seit 07.06.2026. Wir verfolgen, was aus diesem KI-Einsatz wird.

Wie nutzt BHP KI?

BHP hat gemeinsam mit Microsoft und Prescience Insilico über 500.000 chemische Reagenzien mit agentenbasierter KI auf ihre Eignung zur effizienteren Kupfergewinnung durch Leaching gescreent.

R&D / ProzessoptimierungKI-gestützte Analyse von über 500.000 chemischen Reagenzien zur effizienteren Kupfergewinnung (Leaching)Microsoft Discovery, Agentic AI, Azure AI, Quantenchemie-Simulationen

Auf einen Blick

Unternehmen
BHP
Branche
Mining
Land
Australia
Funktion
R&D / Prozessoptimierung
KI-Technik
Microsoft Discovery, Agentic AI, Azure AI, Quantenchemie-Simulationen
KI-Anbieter
Microsoft / Azure (Sitz: USA, außerhalb der EU)
Ergebnis
Mehr als 500.000 Kandidatenmoleküle gescreent; Zehntausende Quantenchemie-Berechnungen durchgeführt

KI-Anbieter = Unternehmenssitz des genutzten Anbieters. Wo Daten konkret verarbeitet werden, hängt von Region und Vertrag ab. Keine Aussage zur DSGVO-Konformität.

Ausgangslage

Kupfer ist ein zentraler Rohstoff für Elektrofahrzeuge, Solaranlagen, Windturbinen und digitale Infrastruktur. Der Zugang zu Kupfer wird jedoch schwieriger: Lagerstätten liegen tiefer, sind weitläufiger und weisen geringere Gehalte auf. Bei minderwertigeren Erzen ist Kupfer eng an Mineralien und Gestein gebunden und lässt sich nicht durch konventionellen Bergbau direkt gewinnen. Eine etablierte Methode ist das Leaching, ein hydrometallurgischer Prozess, bei dem Kupfer durch Reagenzien aus dem Gestein herausgelöst und anschließend durch Lösungsmittelextraktion gewonnen wird.

Die Suche nach wirksameren Leaching-Reagenzien ist, wie BHP-Vizeprä­sidentin Innovation Jessica Farrell beschreibt, eine Aufgabe, an der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler seit Jahrzehnten arbeiten. Das klassische Vorgehen, sequenzielle Laborversuche nach dem Prinzip von Versuch und Irrtum über viele Jahre, stößt dabei an zeitliche und kapazitive Grenzen.

Was das Unternehmen konkret macht

Seit Anfang 2025 arbeitet BHP gemeinsam mit Microsoft und dem Unternehmen für computergestützte Chemie Prescience Insilico an einem KI-gestützten Screening-Verfahren. Geochemiker und Datenwissenschaftler des Unternehmens haben dabei über 500.000 chemische Reagenzien bewertet, die potenziell eine effizientere Kupferextraktion ermöglichen könnten. Das Ergebnis des Screenings: eine eingegrenzte Auswahl von Molekülen, die nun von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in australischen Laboren physisch getestet wird.

„Dieses Projekt soll unseren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ausgezeichnete Werkzeuge an die Hand geben, damit sie sich früher auf die vielversprechendsten Kupfer-Leaching-Lösungen konzentrieren können", erklärte Farrell. „Diese Arbeit erhöht unsere Geschwindigkeit, entlastet unsere Fachleute für tiefergehende Analysen und steigert unsere Erfolgschancen."

Technik & Ansatz

Das eingesetzte System ist Microsoft Discovery, eine KI-Plattform auf Azure-Infrastruktur, die seit Mai 2025 allgemein verfügbar ist. Die Plattform bildet die wissenschaftliche Methodik nach, indem sie Teams spezialisierter KI-Agenten einsetzt, die verschiedene Forschungs- und Entwicklungsfunktionen übernehmen, von der Auswertung wissenschaftlicher Literatur und der Hypothesengenerierung bis hin zu Experimentsimulationen und iterativem Lernen.

Im Rahmen des BHP-Projekts wurden dabei Zehntausende von Quantenchemie-Berechnungen und Simulationen durchgeführt. Die Plattform ist darauf ausgelegt, Datensilos zu überbrücken, verschiedene Datenquellen zu verbinden und die Integration mit physischen Labors, Robotik und Laborinstrumenten zu ermöglichen.

Wichtig: Die per KI vorselektierten Reagenzien müssen anschließend konventionellen Säulen- und Flaschtests unterzogen werden, um die KI-Vorhersagen unter standortspezifischen Bedingungen zu validieren.

Ergebnisse

Konkrete Ergebnisse aus den Labortests liegen nach aktuellem Stand der verfügbaren Quellen noch nicht vor. Das Screening hat jedoch die Zahl der für physische Tests in Frage kommenden Moleküle aus einem Ausgangspool von über 500.000 Verbindungen auf eine handhabbare Auswahl reduziert. Farrell beschreibt den Effekt des Ansatzes als Geschwindigkeitssteigerung und Erhöhung der Erfolgswahrscheinlichkeit gegenüber rein konventionellen Methoden.

Einordnung

Das Projekt steht beispielhaft für den Einsatz agentenbasierter KI in der industriellen Grundlagenforschung: Statt einzelner KI-Werkzeuge wird eine Plattform eingesetzt, die mehrere Schritte des wissenschaftlichen Prozesses gleichzeitig und koordiniert abarbeitet. BHP kombiniert diesen digitalen Optimierungsansatz mit weiteren Initiativen in seinem Kupferportfolio, darunter den Betrieb seiner chilenischen Minen Escondida und Spence mit 100 Prozent erneuerbarer Energie. Parallel dazu hat BHP Ventures eine strategische Investition in Terra AI getätigt, ein Unternehmen, das KI-gestützte geologische 3D-Modellierung zur Reduktion von Unsicherheiten bei der Rohstoffexploration entwickelt. Diese parallelen Investitionen deuten auf eine breitere Digitalisierungsstrategie entlang der gesamten Kupfer-Wertschöpfungskette hin.


Quellen

Unabhängig belegt

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