Deutsche Rentenversicherung
Öffentliche Verwaltung / Sozialversicherung · Deutschland
Deutsche Rentenversicherung testet openDesk als souveränen Notfall-Arbeitsplatz
Im Register seit 26.07.2026. Wir verfolgen, was aus diesem KI-Einsatz wird.
Wie nutzt Deutsche Rentenversicherung KI?
Die Deutsche Rentenversicherung Bund testet im Pilotprojekt CKKI die Open-Source-Suite openDesk als browserbasierten Notfall-Arbeitsplatz, der unabhängig von der primären IT-Infrastruktur auf verschiedenen Cloud-Anbietern läuft.
Auf einen Blick
- Unternehmen
- Deutsche Rentenversicherung
- Land
- Deutschland
- Funktion
- Digitaler Arbeitsplatz
- KI-Technik
- openDesk (ZenDiS)
Ausgangslage
Moderne Verwaltung ist nahezu vollständig digitalisiert, und damit auch verwundbar. Fällt die primäre IT-Infrastruktur aus, droht der Stillstand. Für die großen deutschen Sozialversicherungsträger stellt sich damit die Frage, wie ein funktionsfähiger Notbetrieb sichergestellt werden kann, der unabhängig von den gewohnten Systemen existiert.
Ein weiterer Treiber ist die strategische Abhängigkeit von einzelnen Software-Anbietern. Die Bundesverwaltung nutzt flächendeckend proprietäre Lösungen; ein Ausfall oder ein erzwungener Wechsel würde kritische Prozesse treffen. Vor diesem Hintergrund hat das Zentrum für Digitale Souveränität (ZenDiS) die Open-Source-Suite openDesk entwickelt, eine browserbasierte Alternative zur Microsoft-365-Produktfamilie.
Was das Unternehmen konkret macht
Die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund) nimmt gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit sowie den IT-Dienstleistern Bitmarck und BG-Phoenics an dem Pilotprojekt „Cloudbasierte Kommunikation im Krisenfall" (CKKI) teil. Ziel ist es, einen vollständig funktionsfähigen Notfall-Arbeitsplatz aufzubauen, der unabhängig von der primären IT-Infrastruktur betrieben werden kann.
Jede der vier beteiligten Organisationen hat dazu eine eigene openDesk-Instanz auf einer jeweils unterschiedlichen Cloud-Infrastruktur installiert. Als Projektpartner sind die Anbieter Ionos, Stackit und T-Systems eingebunden. Die Systeme werden anschließend in verschiedenen Szenarien darauf getestet, wie gut sie miteinander kommunizieren können, also ob die Interoperabilität auch dann gewährleistet bleibt, wenn unterschiedliche Cloud-Anbieter als Grundlage dienen.
Das Bundesministerium für Wirtschaft finanziert das Projekt. Die Ergebnisse sollen laut ZenDiS bis April vorliegen und direkt in die europäische Cloud-Initiative 8ra einfließen.
Technik & Ansatz
openDesk ist eine modulare Büro-Suite, die Funktionen wie Chat, E-Mail, Kalender, Projektmanagement und Videokonferenzen bündelt. Da die Lösung rein browserbasiert arbeitet, können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von nahezu jedem Standort und Gerät aus darauf zugreifen, ein entscheidender Vorteil, wenn physische Standorte oder lokale Netzwerke nicht mehr sicher nutzbar sind.
Das Besondere am CKKI-Ansatz ist die bewusst gewählte technische Diversität: Anstatt eine zentrale Instanz zu betreiben, setzt jede Organisation auf einen anderen Cloud-Anbieter. Damit soll gezeigt werden, dass kritische Infrastruktur auch bei einem Ausfall einzelner Anbieter weiter funktioniert. ZenDiS-Geschäftsführer Alexander Pockrandt sieht darin eine Bestätigung des gewählten Weges: Die Flexibilität der Lösung stelle sicher, dass kritische Infrastruktur auch in extremen Krisensituationen aufrechterhalten werden könne.
Ergebnisse
Zum Zeitpunkt der vorliegenden Quellen läuft das Projekt noch. Konkrete Ergebnisse oder Kennzahlen aus dem Testbetrieb sind nicht belegt. Laut ZenDiS soll bis April demonstriert werden, dass das digitale Sicherheitsnetz belastbar ist.
Harald Joos, Cloud-Beauftragter der Deutschen Rentenversicherung Bund, betont, dass der Einsatz von openDesk nicht nur die eigene Resilienz stärke. Die Beteiligten wollen ihren europäischen Partnern auch zeigen, dass souveräne Cloud-Lösungen auf EU-Ebene praktisch einsetzbar sind.
Einordnung
CKKI ist kein isoliertes Datenschutzprojekt, sondern ein Resilienztest unter realen Bedingungen. Die Deutsche Rentenversicherung Bund übernimmt dabei eine Vorreiterfunktion: Das Pilotprojekt soll belegen, dass modulare Open-Source-Lösungen auch im Hochverfügbarkeitsbetrieb bestehen können, und nicht nur auf dem Papier souverän sind.
Die Befunde sollen in die europäische Cloud-Initiative 8ra einfließen, womit der deutsche Pilotversuch zu einem Baustein einer größeren europäischen Infrastrukturstrategie wird. openDesk ist bereits in anderen Bereichen der Bundesverwaltung im Einsatz, unter anderem bei der Bundeswehr und im öffentlichen Gesundheitsdienst. Der Test auf Hochverfügbarkeit unter Krisenbedingungen stellt jedoch eine neue Qualitätsstufe dar.
Quellen
Unabhängig belegtVon einer unabhängigen Quelle (Redaktion/Dritter) berichtet, nicht nur vom Unternehmen oder KI-Anbieter.
- ↗Collabora Online 26.04: Jubiläumsrelease mit KI-Kontrolle für Nutzer - AD HOC NEWS
- ↗Quick, secure, personalized: The voicebot assists with inquiries to Deutsche Rentenversicherung Hessen - Deutsche Telekom
- ↗Microsoft alternative: Social insurers trial OpenDesk for emergencies - heise online
- ↗Germany’s Pension Overhaul: Younger Workers Stand to Gain Most as Costs Rise and Key Benefit Faces - AD HOC NEWS
KI Cases fasst öffentlich berichtete Einsätze neutral zusammen und verlinkt die Originalquellen. Maßgeblich ist die jeweilige Quelle.
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