Lastminute.com
Tourismus / Reise · <UNKNOWN>
lastminute.com: KI-Agenten buchen Reisen auf Visa-Plattform, und 400 Jobs fallen weg
Im Register seit 08.07.2026. Wir verfolgen, was aus diesem KI-Einsatz wird.
Wie nutzt Lastminute.com KI?
lastminute.com nimmt als teilnehmender Händler am Visa-Programm „Agentic Ready" teil, in dem KI-Agenten im Auftrag von Karteninhabern Reisebuchungen direkt auf der Händler-Website durchführen, und baut gleichzeitig intern KI in Kernprozesse ein, verbunden mit dem Abbau von rund 25 % der Belegschaft.
Auf einen Blick
- Unternehmen
- Lastminute.com
- Branche
- Tourismus / Reise
- Land
- <UNKNOWN>
- Funktion
- Vertrieb / Handel
- KI-Technik
- Trusted Agent Protocol (TAP), Agent Directory
- Ergebnis
- Rund 16 Mio. € jährliche Kosteneinsparungen ab 2027; ~400 Stellen (25 % der Belegschaft) abgebaut
Ausgangslage
lastminute.com ist einer der größten europäischen Anbieter von Pauschalreisen und kombiniert Flüge, Hotels und weitere Reiseleistungen auf einer eigenen Plattform. Das in der Schweiz börsennotierte Unternehmen (SIX) beschäftigte Ende 2025 rund 1.600 Mitarbeitende. CEO Alessandro Petazzi beschreibt den Kontext so: „KI verändert, wie Kunden suchen, buchen und bedient werden, und wie die Unternehmen dahinter aufgebaut sind." Dieser Wandel bildet den Rahmen für zwei parallel laufende Initiativen: die Teilnahme an einem externen KI-Handelspiloten von Visa sowie eine interne Umstrukturierung.
Was das Unternehmen konkret macht
lastminute.com ist einer von vier Händlern, neben Frasers, Cleverbridge und BrickDepot, die am Pilotprogramm „Visa Agentic Ready" teilnehmen. Im Rahmen dieses Programms führten KI-Agenten im Auftrag von Karteninhabern Einkäufe direkt auf der Website von lastminute.com durch: Sie durchsuchten Angebote, wählten Reiseprodukte aus und schlossen Transaktionen ab, alles innerhalb von Parametern, die der jeweilige Nutzer zuvor festgelegt hatte. Die Transaktionen fanden nicht in einer kontrollierten Testumgebung statt, sondern auf der realen Händler-Website.
Parallel dazu kündigte lastminute.com eine Unternehmensumstrukturierung an, die den Abbau von rund 25 % der Belegschaft vorsieht, entsprechend etwa 400 Stellen. Das Unternehmen plant, die frei werdenden Mittel in KI-gestützte Kundenanwendungen sowie in den Ausbau der Dateninfrastruktur zu investieren.
Technik & Ansatz
Die technische Grundlage des Visa-Piloten bildet die Plattform „Visa Intelligent Commerce". Sie verbindet Kartenherausgeber, Händler und KI-Systeme über das Visa-Netzwerk. Für die Händlerseite setzt Visa auf das „Trusted Agent Protocol" (TAP) und ein „Agent Directory": Diese Komponenten ermöglichen es Händlern, verifizierte KI-Agenten von nicht verifizierten Zugriffen zu unterscheiden und zu steuern, wie Agenten auf ihre Websites zugreifen und Transaktionen abschließen. Laut Visa ist für die Einbindung von TAP keine neue Infrastruktur erforderlich; Cloudflare und Akamai unterstützen die Integration auf Händlerseite.
Auf Seiten der Kartenherausgeber werden Transaktionen mittels „Visa Payment Passkeys" abgesichert, einer biometriegestützten Authentifizierungsmethode, die die europäischen Anforderungen an die starke Kundenauthentifizierung (SCA) erfüllen soll. Alle im Rahmen des Programms abgeschlossenen Transaktionen wurden mit dieser Methode gesichert. Mehr als 30 europäische Kartenherausgeber nahmen am Programm teil.
Ergebnisse
Visa gibt an, dass live-Transaktionen in realen Händlerumgebungen stattgefunden haben, ein Schritt, den das Unternehmen als Fortschritt gegenüber rein kontrollierten Testszenarien bewertet. Eine quantifizierte Erfolgsmessung speziell für lastminute.com liegt aus den verfügbaren Quellen nicht vor.
Zur internen Umstrukturierung gibt lastminute.com an, dass die Maßnahmen bis Ende 2026 abgeschlossen sein sollen und ab 2027 zu jährlichen Kosteneinsparungen von rund 16 Millionen Euro führen werden.
CEO Alessandro Petazzi äußerte sich zum Visa-Piloten so: „Frühe Phase, aber genau das Richtige, um es zu testen, und wir sind froh, dabei zu sein."
Einordnung
lastminute.com tritt in diesem Piloten nicht als Technologieentwickler auf, sondern als Händler innerhalb eines von Visa koordinierten Ökosystems. Die Rolle beschränkt sich auf die Bereitstellung der eigenen Plattform als realer Transaktionsort. Petazzi beschreibt die strategische Logik: lastminute.com sei bereits ein „vertrauenswürdiger Punkt in der Transaktionskette", Flüge, Hotels, Zahlungen, Echtzeit-Änderungen, und diese Rolle werde im KI-getriebenen Handel wichtiger, nicht überflüssiger.
Die gleichzeitig angekündigten Stellenstreichungen zeigen, dass das Unternehmen KI nicht nur als externes Partnerschaftsthema behandelt, sondern intern als Anlass zur strukturellen Neuausrichtung nutzt.
Quellen
Unabhängig belegtVon einer unabhängigen Quelle (Redaktion/Dritter) berichtet, nicht nur vom Unternehmen oder KI-Anbieter.
- ↗Visa lässt erste KI-Agenten unter Realbedingungen einkaufen - IT-Markt
- ↗lastminute.com to slash 25% of its jobs in AI transition - ETHRWorld.com
- ↗Visa and banks across Europe reach the next phase of agentic commerce - Business Review
- ↗Travel provider Lastminute is turning to AI and cutting hundreds of jobs - blue News
KI Cases fasst öffentlich berichtete Einsätze neutral zusammen und verlinkt die Originalquellen. Maßgeblich ist die jeweilige Quelle.
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