Mercedes-Benz
Automotive · USA
Mercedes-Benz: ChatGPT im MBUX-Sprachassistenten via Azure OpenAI Service
Im Register seit 04.06.2026. Wir verfolgen, was aus diesem KI-Einsatz wird.
Wie nutzt Mercedes-Benz KI?
Mercedes-Benz integriert ChatGPT über den Azure OpenAI Service in den MBUX-Sprachassistenten „Hey Mercedes" und ermöglicht damit kontextbasierte, mehrstufige Gespräche im Fahrzeug.
Auf einen Blick
- Unternehmen
- Mercedes-Benz
- Branche
- Automotive
- Land
- USA
- Funktion
- Fahrerassistenz / In-Car Experience
- KI-Technik
- ChatGPT (GPT-4) via Azure OpenAI Service
- KI-Anbieter
- OpenAI (Sitz: USA, außerhalb der EU)
- Ergebnis
- Betaprogramm gestartet am 16. Juni 2023 für Fahrer in den USA
KI-Anbieter = Unternehmenssitz des genutzten Anbieters. Wo Daten konkret verarbeitet werden, hängt von Region und Vertrag ab. Keine Aussage zur DSGVO-Konformität.
Ausgangslage
Sprachassistenten im Fahrzeug arbeiteten lange auf Basis starrer Befehlsmuster: Ein Fahrer musste eine exakt formulierte Anweisung geben, ohne Möglichkeit zur Nachfrage oder zum Gesprächsfortgang. Das MBUX-System von Mercedes-Benz mit dem Aktivierungswort „Hey Mercedes" war davon nicht ausgenommen. Für Folgefragen oder komplexere Informationsbedürfnisse, etwa nach dem Weg, einem Rezept oder einer Empfehlung, war das System konstruktionsbedingt begrenzt.
Was das Unternehmen konkret macht
Ab dem 16. Juni 2023 konnten Fahrer in den USA über ein optionales Betaprogramm eine erweiterte Version des MBUX-Sprachassistenten nutzen. Mercedes-Benz integrierte dazu ChatGPT über den Azure OpenAI Service von Microsoft in das bestehende „Hey Mercedes"-System. Das Betaprogramm war auf drei Monate angelegt. Mercedes-Benz kündigte an, auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse und des Nutzerfeedbacks über eine weitergehende Integration in künftige Versionen des MBUX-Sprachassistenten zu entscheiden.
Technik & Ansatz
Die technische Grundlage bildet der Azure OpenAI Service von Microsoft, über den Mercedes-Benz auf Sprachmodelle von OpenAI, darunter GPT-4 und GPT-3.5, zugreift. Microsoft stellt dabei die Enterprise-Infrastruktur sowie ein integriertes Sicherheitssystem bereit, das unerwünschte Eingaben und Ausgaben erkennen und unterbinden soll. Ergänzend ist GPT-4 laut Microsoft durch menschliches Feedback so trainiert worden, dass das Modell schädliche Eingaben besser verarbeiten und die Wahrscheinlichkeit schädlicher Antworten reduzieren kann.
Die Integration bietet gegenüber dem bisherigen Assistenten vier beschriebene Erweiterungen:
- **Mehrstufige Konversation**: Das System hält den Gesprächskontext über mehrere Turns hinweg aufrecht, sodass Fahrer Folgefragen stellen können, ohne den Kontext neu zu setzen. - **Erweiterte Themenbandbreite**: Der Assistent beantwortet nicht nur fahrtbezogene Fragen, sondern auch allgemeine Anfragen, etwa zu Rezepten oder Sachinformationen. - **Freie Formulierung**: Anders als bei kommandobasierten Assistenten sind keine exakt vordefinierten Sprachbefehle erforderlich. - **Drittanbieter-Integration in Prüfung**: Mercedes-Benz untersuchte zum Zeitpunkt der Ankündigung die Möglichkeit, das ChatGPT-Plugin-Ökosystem einzubinden, um Funktionen wie Restaurantreservierungen oder Ticketbuchungen per Sprachbefehl zu ermöglichen. Dies befand sich noch in der Erkundungsphase.
Ergebnisse
Zum Zeitpunkt der verfügbaren Quellen lagen keine veröffentlichten Messwerte zu Nutzerzahlen, Zufriedenheitswerten oder Abschlussquoten des Betaprogramms vor. Mercedes-Benz formulierte lediglich die Absicht, die Ergebnisse und das Nutzerfeedback als Entscheidungsgrundlage für eine weitergehende Integration zu nutzen.
Einordnung
Der Schritt steht im Kontext einer breiteren Digitalisierungsstrategie bei Mercedes-Benz. Aus einem gesonderten Kontext, einem Vortrag auf der Atlassian Team '26-Konferenz, ist bekannt, dass Mercedes-Benz KI auch im internen Engineering-Bereich einsetzt, etwa zur automatisierten Defekterfassung und -verwaltung während der Fahrzeugentwicklung. Zudem berichteten Finanzmedien über ein unternehmensweites Ziel einer KI-Nutzungsquote von 70 Prozent unter den Mitarbeitenden, ohne dass dazu ein Umsetzungsstand aus den vorliegenden Quellen hervorgeht.
Der MBUX-Sprachassistent mit ChatGPT-Integration ist damit ein öffentlich sichtbarer Einzelbaustein in einem größeren Transformationsvorhaben, mit belegtem Startdatum und belegter geografischer Reichweite (USA), jedoch ohne veröffentlichte Folgedaten aus dem Betaprogramm.
Quellen
Unabhängig belegtVon einer unabhängigen Quelle (Redaktion/Dritter) berichtet, nicht nur vom Unternehmen oder KI-Anbieter.
- ↗https://azure.microsoft.com/en-us/blog/mercedes-benz-enhances-drivers-experience-with-azure-openai-service/
- ↗CIO Katrin Lehmann verlässt Mercedes-Benz - AutomotiveIT
- ↗Why AI alone isn’t enough for enterprises (and what Mercedes-Benz did about it) - Atlassian
- ↗Unlocking semantics for AI: How Mercedes-Benz Korea built trusted “Talk to Data” at scale - Databricks
- ↗Mercedes-Benz (XTRA:MBG) Is Cutting Costs Further And Pushing AI Across Its Workforce - Yahoo Finance
KI Cases fasst öffentlich berichtete Einsätze neutral zusammen und verlinkt die Originalquellen. Maßgeblich ist die jeweilige Quelle.
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