National Institute on Disability, Independent Living, and Rehabilitation Research
Government / Public Funding · USA
NIDILRR fördert KI-gestützte Barrierefreiheitstechnologien für Kommunikation und Wohnraumanpassung
Im Register seit 09.06.2026. Wir verfolgen, was aus diesem KI-Einsatz wird.
Wie nutzt National Institute on Disability, Independent Living, and Rehabilitation Research KI?
NIDILRR finanziert mit insgesamt 6,6 Millionen US-Dollar zwei Forschungsprojekte, die KI gezielt in Assistenztechnologien integrieren: ein Zentrum zur Weiterentwicklung von Kommunikationshilfen für Menschen mit Behinderungen sowie eine App zur KI-gestützten Fernbewertung von Wohnraumanpassungen.
Auf einen Blick
- Unternehmen
- National Institute on Disability, Independent Living, and Rehabilitation Research
- Branche
- Government / Public Funding
- Land
- USA
- Funktion
- Research Funding
- KI-Technik
- AI (Augmented Reality + KI-Analyse)
- Ergebnis
- 5 Mio. USD für RERC-Forschungszentrum zu AAC-Technologien; 1,6 Mio. USD für myAccessibleHome-App
Ausgangslage
Menschen mit Behinderungen, die auf Assistenztechnologien angewiesen sind, stoßen in zwei zentralen Bereichen auf erhebliche technologische Lücken. Erstens sind Geräte zur Unterstützten Kommunikation (Augmentative and Alternative Communication, AAC) laut Forschern technisch rückständig: Nutzerinnen und Nutzer müssen manuell durch verschachtelte Menüs navigieren, die Geräte passen sich nicht an die individuelle Entwicklung an, und viele werden deshalb schlicht aufgegeben. Zweitens fehlt es in ländlichen Regionen wie New Mexico an Fachkräften der Ergotherapie sowie an Installationsbetrieben, die Wohnraumanpassungen für ältere oder behinderte Menschen vornehmen könnten. Laut US-Zensus von 2023 stellen rund 4 Millionen Haushalte im Land Barriereprobleme für ältere Bewohnerinnen und Bewohner dar.
Was das Unternehmen konkret macht
NIDILRR, die primäre Bundesforschungsorganisation der USA für Behinderungsthemen, stellt Fördermittel für mindestens zwei konkrete KI-Anwendungsprojekte bereit.
**Rehabilitation Engineering Research Center (RERC) für AAC-Technologien:** NIDILRR bewilligte 5 Millionen US-Dollar für ein multisite Forschungszentrum, das an der University of Arkansas angesiedelt ist. Davon fließen 1,5 Millionen US-Dollar direkt an ein Team der Temple University unter Leitung von Stephen MacNeil. Ziel ist die Entwicklung kontextsensitiver, personalisierter AAC-Geräte, die sich mithilfe von KI an die Umgebung der Nutzenden anpassen. Das Projekt läuft über fünf Jahre.
**myAccessibleHome:** NIDILRR stellte 1,6 Millionen US-Dollar Bundesfördermittel für die Entwicklung einer App bereit, die Ergotherapeutinnen und -therapeuten ermöglicht, Wohnräume von Menschen mit Behinderungen oder älteren Personen virtuell auf Barrierefreiheit zu prüfen, ohne physischen Hausbesuch. Die App wurde von einem Team um Suzanne Burns, Ergotherapeutin und Mitgründerin des Unternehmens, entwickelt und zu Beginn des Berichtszeitraums in einer iOS-Version für den US-Markt lanciert, vorerst jedoch nur über Partnerorganisationen verfügbar.
Technik & Ansatz
Beim RERC-Projekt setzt das Temple-Team mehrere KI-Methoden ein. Bluetooth-Beacons in Kombination mit KI-Verarbeitung ermöglichen die Lokalisierung von AAC-Nutzerinnen und -Nutzern innerhalb eines Raums, sodass kontextrelevante Kommunikationsoptionen automatisch eingeblendet werden können. Zusätzlich wird KI-gestützte Computer Vision eingesetzt: Ein AAC-Gerät erkennt Objekte in der Umgebung und schlägt darauf basierend Kommunikationsoptionen vor. Ebenso kommt KI-Spracherkennung zum Einsatz, die gehörte Sprache auswertet und entsprechende Antwortoptionen bereitstellt. Ein zentrales Prinzip der Forschungsgruppe ist die partizipative Gestaltung: Ein Beratungskomitee aus aktiven AAC-Nutzenden ist in den Entwicklungsprozess eingebunden. MacNeil fasst das Leitprinzip mit dem Slogan zusammen: „'Nothing about us without us' is an important mantra in AAC and accessibility research."
Bei myAccessibleHome nutzt die App Augmented-Reality-Technologie für präzise Raumvermessungen und KI zur Aufbereitung eines Erstberichts. Dieser wird anschließend von einer Ergotherapeutin oder einem Ergotherapeuten geprüft, bevor Empfehlungen an Patientinnen und Patienten weitergegeben werden. Burns betont die bewusste Rollenteilung: „The software doesn't make clinical decisions. We're really using occupational therapists to make those decisions." KI übernimmt laut Burns Effizienzaufgaben, Daterhebung, Geschwindigkeit, Strukturierung, während klinische Entscheidungen beim Menschen verbleiben.
Ergebnisse
Zum Zeitpunkt der verfügbaren Quellen befindet sich der Großteil der RERC-Forschung noch in der Laufzeit. MacNeil erwartet, dass über die fünfjährige Projektlaufzeit mehr als ein Dutzend Promovierende und bis zu 40 Bachelorstudierende beteiligt sein werden. Das Team plant, Werkzeuge zu entwickeln, die in bestehende kommerzielle Produkte integriert oder als Open-Source-Lösungen veröffentlicht werden können.
Die myAccessibleHome-App wurde bereits lanciert, ist jedoch zum Berichtszeitpunkt noch nicht frei im App Store erhältlich, sondern ausschließlich über Partnerorganisationen zugänglich. Eine Android-Version war für den Herbst des Erscheinungsjahres geplant.
Einordnung
NIDILRR tritt in diesen Fällen ausschließlich als Fördergeber auf; die eigentliche Forschungs- und Entwicklungsarbeit liegt bei universitären und privaten Teams. Die Förderlogik folgt dem Muster, konkrete technologische Lücken bei unterversorgten Bevölkerungsgruppen zu adressieren, in diesem Fall Menschen mit Kommunikationsbeeinträchtigungen sowie ältere oder behinderte Menschen in ländlichen Regionen. Beide Projekte betonen ausdrücklich, dass KI als unterstützendes Werkzeug eingesetzt wird und menschliche Expertise nicht ersetzt. Die Frage der Skalierung und des Zugangs bleibt offen: MacNeil selbst weist auf strukturelle Kritik am KI-Einsatz hin und positioniert seinen Ansatz explizit gegen „techno solutionist" Entwicklungsmuster.
Quellen
Unabhängig belegtVon einer unabhängigen Quelle (Redaktion/Dritter) berichtet, nicht nur vom Unternehmen oder KI-Anbieter.
- ↗Albuquerque company uses AI to make homes more accessible for seniors, those with disabilities - Searchlight New Mexico
- ↗BBI Awarded $4.6M Grant to Lead Disability Employment Center - Syracuse University Today
- ↗Temple research brings new voice to people with communication limitations - Temple Now
- ↗Ed Tech Can Unlock STEM Potential of Students With Disabilities — If It’s Funded - The 74
KI Cases fasst öffentlich berichtete Einsätze neutral zusammen und verlinkt die Originalquellen. Maßgeblich ist die jeweilige Quelle.
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