Singapore National Parks Board (NParks)

Singapore National Parks Board (NParks)

Government / Wildlife Conservation · Singapore

✓ Quelle

NParks setzt KI-App zur Identifikation illegal gehandelter Haifisch- und Rochenflossen ein

Wie nutzt Singapore National Parks Board (NParks) KI?

Die Singapore National Parks Board (NParks) nutzt die mobile App „Fin Finder", die per KI-Bilderkennung Fotos von Haifisch- und Rochenflossen innerhalb von Sekunden einer Art zuordnet, um illegalen Wildtierhandel an Singapurs Grenzen zu bekämpfen.

Enforcement / ComplianceKI-gestützte visuelle Identifikation von Haifisch- und Rochenflossen zur Bekämpfung des illegalen WildtierhandelsFin Finder App (KI-Algorithmus auf Microsoft Azure)

Auf einen Blick

Unternehmen
Singapore National Parks Board (NParks)
Branche
Government / Wildlife Conservation
Land
Singapore
Funktion
Enforcement / Compliance
KI-Technik
Fin Finder App (KI-Algorithmus auf Microsoft Azure)
Ergebnis
Mehr als 160.000 Kilogramm Flossen von CITES-gelisteten Haien und Rochen passierten Singapurs Grenzen zwischen 2012 und 2020; die App gleicht Fotos gegen eine Datenbank von über 15.000 Flossenbildern ab.

Ausgangslage

Singapur ist einer der bedeutendsten Umschlagplätze für den weltweiten Warenhandel – und damit auch ein Knotenpunkt für den illegalen Handel mit Wildtierprodukten. Zwischen 2012 und 2020 passierten mehr als 160.000 Kilogramm Flossen von Haien und Rochen, die unter CITES Appendix II fallen, die Grenzen Singapurs. Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) reguliert den Handel mit über 30 Hai- und Rochenarten; der illegale Handel gilt als wesentlicher Treiber des Rückgangs dieser Tiergruppen.

Das bisherige Kontrollverfahren war zeitaufwendig: Zollbeamte mussten Flossen aus den Sendungen entnehmen und für eine DNA-Analyse einsenden. Dieser Prozess dauerte im Schnitt bis zu einer Woche – Zeit, in der eine Sendung bereits weitertransportiert sein konnte.

Was das Unternehmen konkret macht

Am 8. Juni 2022 lancierten NParks, Microsoft und Conservation International gemeinsam die App „Fin Finder" – nach eigenen Angaben die erste mobile Anwendung dieser Art in Asien. NParks-Beamte nutzen die App im Feldeinsatz: Sie fotografieren beschlagnahmte oder verdächtige Flossen direkt vor Ort, die App gleicht das Bild automatisch gegen eine Datenbank ab und liefert eine Artbestimmung. Verdächtige Sendungen können so umgehend für weitergehende DNA-Tests markiert werden.

Über die reine Identifikation hinaus dient Fin Finder den Beamten als Verzeichnis relevanter Hai- und Rochenarten sowie als Plattform für den direkten Zugriff auf Referenzmaterialien zur Validierung von CITES-Genehmigungen und Versanddokumenten.

Technik & Ansatz

Die App wurde von einem in Singapur ansässigen Team von Conservation International entwickelt, in Abstimmung mit NParks und mit Unterstützung des Programms „Microsoft AI for Earth". Sie läuft auf Microsoft Azure. Der KI-Algorithmus analysiert Form und Muster einer fotografierten Flosse und gleicht sie gegen eine Datenbank von über 15.000 Flossenbildern ab. Das Ergebnis – eine Artbestimmung – liegt laut Projektbeschreibung in Sekunden vor.

Entwickelt wurde die Anwendung in neun Monaten. An der Umsetzung waren neben Microsoft, Conservation International und NParks auch Sineurope Pte Ltd, Rumah Foundation, Coastal Natives und Wild Me beteiligt.

Die CITES-Generalsekretärin Ivonne Higuero bezeichnete Fin Finder als „willkommene und innovative Ergänzung" zu bestehenden Werkzeugen wie iSharkFin und hob den praktischen Nutzen für Zoll- und Vollzugsbeamte hervor.

Ergebnisse

Quantifizierte Ergebnisse zum Einsatzerfolg – etwa Anzahl aufgedeckter illegaler Sendungen oder Verurteilungen – sind in den vorliegenden Quellen nicht belegt. Dokumentiert ist, dass die App den bisherigen Ablauf grundlegend verändert: Statt einer Wartezeit von bis zu einer Woche für DNA-Ergebnisse erhalten Beamte eine erste Einschätzung in Sekundenbruchteilen vor Ort.

2025 wurde Fin Finder von einem US-amerikanischen Biodiversitäts-Technologieunternehmen übernommen – ein Hinweis auf die wahrgenommene Relevanz der Anwendung über Singapur hinaus.

Einordnung

Fin Finder steht exemplarisch für den Einsatz von KI-gestützter Bilderkennung in der Strafverfolgung bei Artenschutzverstößen. Singapurs Position als globaler Umschlagshafen macht die dortige Grenzkontrolle zu einem strategisch relevanten Punkt im internationalen Kampf gegen den Wildtierhandel. Die Tripartite aus Behörde, Technologiekonzern und NGO zeigt ein Kooperationsmodell, das laut den beteiligten Organisationen auf andere Regionen übertragbar sein soll.


Quellen

KI Cases fasst öffentlich berichtete Einsätze neutral zusammen und verlinkt die Originalquellen. Maßgeblich ist die jeweilige Quelle.

Jede Woche neue KI-Fallstudien

Wie Unternehmen KI wirklich einsetzen — kuratiert, mit Quelle, in deine Inbox.

Abonnieren