Uber

Uber

Mobility / Ride-Hailing · USA

Unabhängig belegt

Uber: KI-Einsatz im gesamten Unternehmen, mit unklarem Nutzennachweis

Reifegrad: Skaliert

Im Register seit 16.06.2026. Wir verfolgen, was aus diesem KI-Einsatz wird.

Wie nutzt Uber KI?

Uber setzt KI-gestützte autonome Coding-Agenten sowie KI-Tools in Rechts- und Marketingabteilungen ein, hat dabei sein gesamtes jährliches KI-Budget innerhalb von vier Monaten verbraucht und anschließend monatliche Nutzungsobergrenzen eingeführt, weil ein messbarer Zusammenhang zwischen KI-Ausgaben und nützlichen Produktfunktionen bislang nicht hergestellt werden kann.

Softwareentwicklung, Recht, Marketing, interne ProzesseKI-gestützte Code-Erstellung (autonome Agenten), KI-Tools für Rechts- und MarketingteamAutonome KI-Agenten, LLMs (Token-basiert)

Auf einen Blick

Unternehmen
Uber
Branche
Mobility / Ride-Hailing
Land
USA
Funktion
Softwareentwicklung, Recht, Marketing, interne Prozesse
KI-Technik
Autonome KI-Agenten, LLMs (Token-basiert)
Ergebnis
Rund 10 % des committed Code wird laut CEO Dara Khosrowshahi von autonomen Agenten erstellt; das gesamte KI-Coding-Budget für 2026 war nach vier Monaten aufgebraucht.

Ausgangslage

Uber gehört zu den KI-intensiven Unternehmen im Silicon Valley: KI steuert Preisgestaltung, Routenoptimierung und weitere Kernfunktionen der Plattform. Ab 2025 weitete das Unternehmen den KI-Einsatz gezielt auf die gesamte Belegschaft aus, nicht nur auf Entwickler, sondern auch auf die Rechts- und Marketingabteilung. Mitarbeiter wurden aktiv zur Nutzung ermutigt, interne Bestenlisten rankten Teams nach ihrem KI-Tool-Verbrauch.

Was das Unternehmen konkret macht

CEO Dara Khosrowshahi erklärte in einem Earnings Call, dass rund 10 % des committed Code von Ubers Entwicklern inzwischen von autonomen Agenten erstellt wird. Zugleich betonte er, dass der KI-Einsatz über die Softwareentwicklung hinausgeht: „Wir beobachten eine zunehmende Nutzung dieser Tools, sei es in unserer Rechtsabteilung, im Marketingteam oder bei den Entwicklern." Konkret im Einsatz sind KI-Coding-Tools wie Anthropics Claude Code sowie Cursor.

Nachdem intern Bestenlisten zur Förderung der Nutzung eingesetzt worden waren, gab Ubers CTO Praveen Neppalli Naga im April 2026 gegenüber The Information bekannt, dass das gesamte jährliche KI-Budget des Unternehmens bereits nach vier Monaten aufgebraucht war. Daraufhin führte Uber laut Bloomberg eine monatliche Nutzungsobergrenze von 1.500 US-Dollar pro Mitarbeiter und pro agentic Coding-Tool ein. Die Nutzung ist über ein internes Dashboard für jeden Mitarbeiter einsehbar; in begründeten Fällen kann die Obergrenze mit Genehmigung überschritten werden.

Technik & Ansatz

Im Zentrum stehen sogenannte autonome Agenten, KI-Systeme, die Code selbstständig generieren, ohne dass ein Entwickler jeden Schritt manuell steuert. Diese Agenten verbrauchen pro Aufgabe deutlich mehr Token als klassische KI-Assistenzmodelle. Uber nutzt dafür Anthropics Claude Code und den Editor Cursor. Anthropic hat sein Preismodell inzwischen von einem Flatrate-Modell auf nutzungsbasierte Abrechnung pro Token umgestellt, was die Kosten bei intensivem Agenteneinsatz weiter erhöht.

Neben der Softwareentwicklung werden KI-Tools auch in Nicht-Technik-Abteilungen eingesetzt. Khosrowshahi sprach dabei von Mitarbeitern mit „Superpowers", ein qualitativer Anspruch, dem das Unternehmen bislang keine belastbaren Messzahlen zugeordnet hat.

Ergebnisse

Uber hat im ersten Quartal 2026 951 Millionen US-Dollar für Forschung und Entwicklung ausgegeben, ein Anstieg von fast 17 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im Gesamtjahr 2025 lag der F&E-Anteil am Umsatz bei 3,4 %, was einem Anstieg von 9 % gegenüber 2024 entspricht.

Einen direkten Produktivitätsnachweis kann das Unternehmen nach eigener Aussage jedoch nicht erbringen. COO Andrew Macdonald formulierte es im Podcast Rapid Response so: „Dieser Zusammenhang ist noch nicht gegeben. Es ist sehr schwer, eine Verbindung zwischen einer dieser Kennzahlen und der Aussage ‚okay, jetzt produzieren wir tatsächlich 25 Prozent mehr nützliche Verbraucherfunktionen' herzustellen." Er ergänzte, der Nutzen könne sich in künftigen Quartalen klarer abzeichnen, sei heute aber schwer messbar.

Als Reaktion auf die gestiegenen KI-Kosten verlangsamt Uber laut Khosrowshahi gleichzeitig das Hiring, KI-Ausgaben und Personalkosten werden also gegeneinander aufgewogen. Macdonald mahnte intern dazu, den Token-Verbrauch explizit mit Personalkosten zu vergleichen: „Wenn man nicht in der Lage ist, einen direkten Zusammenhang zu den nützlichen Features herzustellen, lässt sich dieser Tausch schwerer rechtfertigen."

Einordnung

Uber steht exemplarisch für eine Spannung, die derzeit viele Unternehmen beschäftigt: Der Einsatz agentic KI-Tools skaliert schnell und ist schwer zu begrenzen, sobald er intern gefördert wird, die Kosten steigen dabei überproportional. Das Unternehmen hat darauf mit Ausgabenobergrenzen reagiert, nachdem ein budgetlos geförderter Einsatz das Jahresbudget in vier Monaten verbraucht hatte. Der ROI-Nachweis bleibt nach eigener Einschätzung des Managements offen.


Quellen

Unabhängig belegt

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