University of New Mexico School of Medicine
Higher Education / Healthcare · USA
UNM School of Medicine: KI-gestützte App ersetzt Hausbesuch beim Heimbeurteilungs-Assessment
Wie nutzt University of New Mexico School of Medicine KI?
Die University of New Mexico School of Medicine hat gemeinsam mit Ergotherapeutin Suzanne Burns die App „myAccessibleHome" entwickelt, die mittels KI und Augmented Reality Ergotherapeuten ermöglicht, Heimbeurteilungen für ältere oder behinderte Menschen vollständig ferngestützt durchzuführen.
Auf einen Blick
- Unternehmen
- University of New Mexico School of Medicine
- Branche
- Higher Education / Healthcare
- Land
- USA
- Funktion
- Research & Development
- KI-Technik
- AI (Augmented Reality + KI-Analyse)
- Ergebnis
- 1,6 Millionen US-Dollar Bundesförderung; über ein Jahrzehnt Forschungs- und Entwicklungszeit
Ausgangslage
New Mexico steht vor einer ausgeprägten demografischen Herausforderung: Die Bevölkerungsgruppe der über 65-Jährigen wuchs zwischen 2010 und 2019 um knapp 40 Prozent – schneller als im Rest der USA. Gleichzeitig ist der Bundesstaat ländlich geprägt, leidet unter einem Mangel an Gesundheitsdienstleistern und verfügt kaum über Unternehmen, die barrierefreie Umbauten wie Rampen installieren können. Gemäß Zensusdaten von 2023 weisen rund vier Millionen Haushalte in den USA Zugänglichkeitsprobleme für ältere Bewohner auf. In New Mexico waren nicht beabsichtigte Stürze laut Angaben des staatlichen Gesundheitsministeriums von 2019 bis 2023 die häufigste Ursache verletzungsbedingter Todesfälle bei Menschen ab 65 Jahren; die sturzbedingte Krankenhauseinweisung steigt seit 2020.
„New Mexico ist nicht vorbereitet auf diese Generation älterer Erwachsener, die in den eigenen vier Wänden altern", sagte Suzanne Burns, Ergotherapeutin und Mitgründerin von myAccessibleHome sowie Assistenzprofessorin für Ergotherapie an der UNM School of Medicine.
Was das Unternehmen konkret macht
Burns und ihr Team haben „myAccessibleHome" entwickelt – eine digitale App, die es Ergotherapeuten erlaubt, Wohnungen ferngestützt auf potenzielle Sturzgefahren und Barrieren zu beurteilen, ohne die Wohnung physisch aufzusuchen. Patienten oder deren Pflegepersonen beantworten zunächst einige Eingangsfragen zur Sturzgefährdung, bevor sie ihre Wohnung per Smartphone scannen. Die App wertet die Aufnahmen aus und stellt dem zuständigen Ergotherapeuten einen Vorbericht zur Verfügung. Nach Freigabe durch den Therapeuten erhalten Patient und Pflegepersonen eine Liste empfohlener Anpassungen sowie Kontakte zu Installateuren und Hilfstechnologien in ihrer Region.
Empfohlene Maßnahmen reichen von kleineren Veränderungen – etwa dem Anbringen von Haltegriffen im Bad oder der Einrichtung von Smart-Home-Geräten zur automatischen Beleuchtung – bis hin zu größeren baulichen Eingriffen wie der Verbreiterung von Türrahmen für Rollstuhlzugang.
Die iOS-Version von myAccessibleHome ist seit kurzem in den USA verfügbar; eine Android-Version soll im Herbst folgen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist die App nicht frei im App Store erhältlich, sondern ausschließlich über Partnerschaften mit einzelnen Organisationen – beispielsweise Einrichtungen für Menschen mit Hirnverletzungen – zugänglich, um sie auf spezifische Bedarfe zuschneiden zu können.
Technik & Ansatz
Die App kombiniert Augmented-Reality-Technologie für präzise Raumvermessung mit KI-gestützter Vorauswertung. Die KI übernimmt nach Angaben von Burns Datenfassung, Effizienz und die Erstellung eines Ausgangsberichts – trifft jedoch keine klinischen Entscheidungen. „Die Software trifft keine klinischen Entscheidungen", betonte Burns. „Wir setzen wirklich Ergotherapeuten ein, um diese Entscheidungen zu treffen."
Burns beschreibt die Rolle der KI so: „KI unterstützt Effizienz, unsere Geschwindigkeit. Sie unterstützt unsere Datenfassung. Sie ist ein guter Ausgangspunkt. Aber die Entscheidungsfindung liegt nach wie vor beim Menschen, und ich denke, das ist wichtig."
Das Projekt ist das Ergebnis von mehr als einem Jahrzehnt Forschungs- und Entwicklungsarbeit und wurde mit 1,6 Millionen US-Dollar Bundesförderung durch das National Institute on Disability, Independent Living, and Rehabilitation Research unterstützt.
Ergebnisse
Konkrete Outcome-Daten aus dem laufenden Betrieb liegen auf Basis der verfügbaren Quellen nicht vor. Die App hat die Entwicklungsphase abgeschlossen und befindet sich seit kurzem in einem eingeschränkten Marktstart. Der Fokus liegt derzeit auf institutionellen Partnerschaften, um den Einsatz kontrolliert auszuweiten.
Einordnung
Der Anwendungsfall adressiert ein strukturelles Versorgungsproblem: In ländlichen und unterversorgten Regionen wie New Mexico können persönliche Hausbesuche durch Ergotherapeuten oft nicht gewährleistet werden. Die App versucht, diesen Engpass durch virtuelle Beurteilung zu überbrücken, ohne die fachliche Letztverantwortung an die Technologie zu delegieren. Burns formuliert den Anspruch des Teams so: „Wir versuchen, diese Lücke zumindest teilweise zu füllen."
Quellen
- ↗Albuquerque company uses AI to make homes more accessible for seniors, those with disabilities - Searchlight New Mexico
- ↗AI EEG tool links ICU seizure burden to death and disability risk - Stock Titan
- ↗Ceribell Announces New Critical Care Medicine Publication - GlobeNewswire
- ↗UNM School of Medicine Professor Helping U.S. Veterans Experiencing Suicidal Ideation - UNM HSC Newsroom
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