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Finanzdienstleistungen · Schweiz

Unabhängig belegt

Swisscard erprobt KI-Agenten als Einkäufer im Visa-Piloten

Reifegrad: Pilot / Test

Im Register seit 08.07.2026. Wir verfolgen, was aus diesem KI-Einsatz wird.

Wie nutzt Swisscard KI?

Swisscard nahm als einer von über 30 Kartenherausgebern an realen Tests von Visas KI-Agenten-gestütztem Einkauf (Agentic Commerce) auf echten Händler-Websites in Europa teil.

ZahlungsabwicklungKI-Agenten-gestützter Einkauf (Agentic Commerce)Visa Intelligent Commerce / Visa Payment Passkeys

Auf einen Blick

Unternehmen
Swisscard
Land
Schweiz
Funktion
Zahlungsabwicklung
KI-Technik
Visa Intelligent Commerce / Visa Payment Passkeys
Ergebnis
Über 30 Kartenherausgeber beteiligt, darunter Swisscard, Transaktionen auf echten Händler-Websites (kein Sandbox-Test)

Ausgangslage

Visa arbeitet seit 2025 an einer Infrastruktur für sogenannten Agentic Commerce, einem Modell, bei dem KI-Agenten im Auftrag von Konsumenten eigenständig Einkäufe tätigen. Die Plattform „Visa Intelligent Commerce" soll Finanzinstitute, Händler und KI-Systeme über das Visa-Netzwerk verbinden und dabei sichere, authentifizierte Zahlungen ermöglichen, die den europäischen regulatorischen Anforderungen entsprechen. Für Kartenherausgeber wie Swisscard stellt sich die Frage, wie sie in diesem neuen Modell eine Rolle übernehmen können.

Was das Unternehmen konkret macht

Swisscard beteiligte sich an den ersten realen Tests von Visas Agentic-Commerce-Programm in Europa. Während dieser Tests kauften KI-Agenten im Namen von Karteninhabern auf den Websites teilnehmender Händler ein, nicht in einer geschlossenen Testumgebung, sondern direkt auf Live-Websites. Neben Swisscard nahmen über 30 weitere Finanzinstitute und Kartenherausgeber teil, darunter die ebenfalls in der Schweiz ansässigen Unternehmen Cornèrcard und Viseca. Zu den beteiligten Händlern zählten Cleverbridge, Lastminute.com, Frasers und Brickdepot; getestet wurden unter anderem Transaktionen im Tourismus- und Detailhandelsbereich.

Santosh Ritter, Country Manager von Visa für die Schweiz und Liechtenstein, hob die Beteiligung mehrerer Schweizer Partner explizit hervor: „Wir sehen jetzt, wie KI-Agenten im Auftrag von Menschen direkt bei echten Händlern einkaufen können. Der nächste Schritt wird sein, dies im grossen Massstab auszurollen."

Technik & Ansatz

Die technische Grundlage der Tests bildet das Trusted Agent Protocol (TAP) in Verbindung mit einem Agent Directory. Laut Visa ermöglichen diese Komponenten, verifizierte KI-Agenten plattformübergreifend zu identifizieren und vertrauenswürdige von nicht verifizierten Zugängen zu unterscheiden. Händler behalten dabei die Kontrolle darüber, wie Agenten auf ihre Websites zugreifen, Produkte anzeigen und Transaktionen abschliessen. Auf Händlerseite ist laut Visa keine neue Infrastruktur erforderlich; die Einführung wird von Anbietern wie Cloudflare und Akamai unterstützt.

Auf Seiten der Kartenherausgeber setzt Visa auf „Visa Payment Passkeys", eine Authentifizierungsmethode, die biometrische Merkmale nutzt, um die Identität der Nutzer zu bestätigen und die europäischen Anforderungen an eine starke Kundenauthentifizierung zu erfüllen. Jede Transaktion wurde vom Konsumenten autorisiert, der die Kontrolle über den Kaufvorgang behält.

Einordnung

Parallel zur Teilnahme am Agentic-Commerce-Piloten hat Christine Fahlberg, CISO bei Swisscard AECS, auf dem Tech Show Frankfurt öffentlich zur Sicherheitsarchitektur rund um KI-Systeme Stellung genommen. Ihre zentrale These: Sicherheit ist keine Bremse für KI-Innovationen, sondern deren Voraussetzung. „If you do not have your foundations right… you will fail with your AI pilot", erklärte sie dort. Sie warnte vor übermässig weitreichenden Zugriffsrechten für KI-Systeme und empfahl, KI-Agenten analog zu einem neuen Mitarbeiter zu behandeln: mit definierten Rollen, eingeschränkten Berechtigungen und laufendem Monitoring. Auch Shadow-AI, der ungenehmigte Einsatz von KI-Tools durch Mitarbeitende, wurde als wachsendes Governance-Problem benannt. Diese öffentliche Positionierung der Swisscard-CISO gibt Hinweise darauf, wie das Unternehmen intern mit den Risiken des KI-Einsatzes umgeht, ohne dass konkrete interne Massnahmen im vorliegenden Material belegt sind.

Die Teilnahme am Visa-Piloten ist ein früher Schritt in einem noch nicht ausgereiften Markt. Visa selbst bezeichnet die aktuellen Tests als „nächste Phase" des Programms Visa Agentic Ready und kündigt einen grossflächigen Rollout als nächsten Schritt an, konkrete Zeitpläne oder Zahlen zu Transaktionsvolumen oder Nutzerakzeptanz wurden nicht veröffentlicht.


Quellen

Unabhängig belegt

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